Die Opportunistische Partei Deutschlands

Neulich schleppte mein Kumpel die Tochter eines Bundestagsabgeordneten ab. “Hoffentlich hast Du Dir nix geholt”, warnte der erste Kommentator, “die sind alle krankhaft verlogen und das scheint ansteckend!” Und der zweite fragte: “Und, wie oft hat sie pro Minute ihre Meinung geändert? Was hat eine gespaltene Zunge so für Tricks drauf?”

Im Jahr 2011 hat das Ansehen des Berufsstandes Politiker einen neuen Tiefpunkt erreicht, während die amtierende Regierung es nicht einmal mehr schafft, den Wähler simpelst zu behummsen. Nun wird sie vom diesem Wähler abgestraft, und zwar nicht, weil in Japan alles schief geht was schief gehen kann oder weil nordafrikanische Diktatoren verrückt spielen und wir nicht mit, sondern weil sie bei allen wahlrelevanten Themen der letzten Jahre versagte und, viel schlimmer, bei jedem Anlass ihre Glaubwürdigkeit verriet. Welche eine wichtige Eigenschaft in einem Geschäft ist, das auf dem Vertrauensgut “Umsetzung des politischen Programms nach der Wahl und Handeln nach demokratischen Maximen” basiert. Traditionell sind jedoch die anderen schuld: Die Grünen mit ihrer sturen Dagegen-Politik (seit Jahrzehnten), die SPD mit manweißnichtwas (auch schon lange), die Protokollschreiber des BDI, die Intellektuellen und die Arbeitslosen, die Japaner mit ihrer fragilen Insel und ihren morschen AKWs, die Medien und besonders das Internet mit der Frechheit zu berichten, wenn jemand beim Lügen erwischt wird – aber vor allem der Wähler, die Sau.

Ich habe mich in den letzten Monaten oft gefragt: Welcher Fehler im System macht aus gebildeten, engagierten Menschen eigentlich machtversessene, verlogene Zombies ohne jede Reflektionsfähigkeit? Verwandeln die innerparteilichen Hierarchiestrukturen junge Politikern zu Schoßhündchen ihrer Führungsschicht? Ist es die Hektik der Mediendemokratie, die immer knappere Polithäppchen verlangt, nur 20 Sekunden lässt zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung, ständig stresst? Besteht eine langfristige Demoralisierung jener Generationen, die mit Kohl, Schröder und Merkel als politische Endziele sozialisiert wurden, und dabei eine gewisse italienische Leichtigkeit im Umgang mit der Wahrheit entwickelten? Mit einer politik- und zunehmend politikerverdrossenen Masse an Wahlvolk, welches Politiker unterteilen in drei Klassen und deren jeweiligen Schwierigkeitsgrad, sie zu verarschen: 80% Proleten (leicht), 19% Protestler (mittelleicht), 1% Postmoderne (nicht ganz leicht, aber egal). Oder setze ich mit diesen Fragen zu spät an, weil die Bundesliga der Politik schon in ihren Jugendmannschaften Junge Union und Jusos und Julis usw. usf. nur Nachwuchs rekrutiert, der mit mehreren Zungen und einem 360-Grad Hals geboren wurde? Es scheint: Wer sich ein Jahr lang intensiv mit deutscher Politik, ihrem Personal und ihren Manieren beschäftigt, wählt entweder einen anderen Beruf oder die Nummer vom örtlichen Seelenkäufer.

Andererseits: Tue ich mit dieser Suada all den aufrichtigen Politikern Unrecht, die für Spitzenpositionen zu gutmütig sind und ihre moralischen Existenzen in der zweiten Reihe fristen? Verlangen nur die letzten Karrierestufen verbale Vaseline und machtbewusste Skrupellosigkeit, gibt es also einen Flaschenhals, der die Bösen nach oben und die Guten nach unten scheidet? Oder existieren gravierende Unterschiede zwischen den Parteien? Sind denn bspw. grüne Politiker “besser”, also ehrlicher als andere? Wieso habe ich Angst, diese These nach den letzten Wahlerfolgen im politischen Alltag widerlegt zu sehen? Wer war Joseph Fischer und wie hat er sich zu seiner Zeit aufgeführt? Sind sie letztlich alle gleich, gleich falsch, gleich öde in ihren Lügen, gleich unerträglich?

So oder so, ich plädiere für die Gründung einer Lügenpartei: Ein politischer Freihafen, in dem ein Mob eloquenter Bösewichte nach Herzenslust herumflunkern, bunte Ammenmärchen und Seemannsgarn auftischen kann, sich nicht mehr an störende Werte wie Aufrichtigkeit oder Ehrlichkeit gebunden fühlen muss. Wo nicht der Wahrheitsgehalt, sondern die Eleganz einer Aussage bewertet wird. Wo Unterhaltung vor Information steht. Wo keiner niemanden beim Wort nimmt und deswegen auch niemand enttäuscht werden kann. Ein Sammelbecken für all die gescheiterten Politbetrüger, eine Partei des fröhlichen “ja und?”, bar jeder unrealistischen Ansprüche an Werte und Moral, eine Institution der politischen Meinungs- und vor allem Meinungsänderungsfreiheit, ein Refugium für die erste Garde der geschickten Chancenverwerter:

Die Opportunistische Partei Deutschlands (OPD) bzw. die Deutsche Partei des Opportunismus (DPO). Slogan: “Die OPD. Die DPO. Heute so, und morgen so!”

Eine flexible Partei für ein flexibles Zeitalter. Deren Granden zwecks Klatschpressekompatibilität ausschließlich mit Schauspielern und Models verheiratet sind, nicht zuletzt um schöne Kinder zu produzieren und mir einen Rahmen um diesen Text zu ermöglichen.
Die junge Dame schien nämlich ihres Vaters Tochter zu sein. Und gab meinem Kumpel eine falsche Telefonnummer.

Sorry, aber!

Eine besonders bösartige Waffe, welche die Sprache gemeinen Diskussionsgewinnlern aushändigt, ist die Einleitung “Sorry, aber…”. Getarnt als Ansammlung harmloser Füllwörter quält sie den Adressaten schon zu Satzbeginn wie die glühende Spitze eines Foltergerätes. Und jede Betonung schmerzt anders.

Mit dem gönnerhaften sorry, aber… mutet der Urheber dem Angesprochenen eine für ihn unangenehme, doch notwendige Wahrheit zu. Er signalisiert: Es tut mir weh, wie schonungslos ich dem armen Irren beibringen muss, dass dieser im Unrecht ist. Aber einer muss es ihm nunmal sagen. Diese vorgeschickte Relativierung der zugestandenen Fähigkeit, eine Korrektur zu akzeptieren, entmündigt und erniedrigt den Gesprächspartner. Denn nur bei einem emotional nicht zurechnungsfähigen Gegenüber muss man sich für freie Meinungsäußerung entschuldigen. Gleichzeitig bescheinigt sich der Sorry-Sager eine ungleich höhere Sozialkompetenz, eine väterliche Verantwortung für die Psychostasis seiner Mitmenschen und die heilige Pflicht, auch schmerzhafte Tatsachen auszusprechen. Was er jetzt formulieren muss, würde er dem Gegenüber lieber nicht zumuten, aber die Sache liegt doch zu eindeutig: Sorry, aber man möge ihm bitte nachsehen, dass er Aufrichtigkeit über Empfindlichkeit stellt.

Nach dem defensiven, leicht beleidigten sorry, aber… hingegen kann jede Verwünschung, jede unsachliche Anschuldigung, jedes unfaire Pseudoargument folgen. Es wurde schließlich prophylaktisch entschuldigt. Die Verantwortung liegt bei jenen Diskutanten, welche den Sorry-Sager an den Rand seiner Sozialkompetenz getrieben haben. Wer so schlecht behandelt wird, verständliche Ausfälle jedoch immerhin ankündigt, macht sich zu einem Märtyrer der unfairen Diskussionskultur – und gleichzeitig zu ihrem Meister.

Mit dem aggressiven sorry, aber… wiederum vergrault man lästige Widerstände. Wer möchte noch widersprechen, wofür man sich schon entschuldigt hat? Wobei es eine Frechheit an sich ist, dass man sich für die richtige Meinung entschuldigen muss. Sensiblere Gesprächspartner werden nach diesen zwei Worten das Segel streichen, um nicht noch mehr gerechten Zorn auf sich zu ziehen. Und härtere Gegner können mit einem anschließenden “…das ist einfach so, weil da brauchen wir gar nicht diskutieren!” erledigt werden.

Das schlimmste sorry, aber… ist jedoch jenes einsame, dem nichts mehr folgt. Nur ein Blick und eine vorwurfsvolle Stille, unterbrochen höchstens von geräuschvollem Ausatmen. Hier und jetzt wäre jedes weitere Wort verschenkt, Kapitulation. Der Mensch fühlt sich klein und dumm, wenn sich jemand dafür entschuldigt, dass es keinen Sinn mehr macht, mit ihm zu diskutieren. Gerade in dieser Situation muss er Größe zeigen und sagen: “Ich verzeihe Dir, ohne wenn und aber.” Und gehen.

Tanzt, sonst sind wir verloren

Ich bin kein Connaisseur der Tanzkunst. Und trotzdem faszinieren mich die Bilder, die Wim Wenders für die verstorbene Choreographin Pina Bausch inszeniert hat.

PINA ist ein abendfüllender Tanzfilm in 3D mit dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und der mitreißenden, einzigartigen Kunst seiner großen, im Sommer 2009 verstorbenen Choreographin. PINA ist ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders. Er lädt die Zuschauer ein auf eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise in eine neue Dimension: mitten hinein auf die Bühne des legendären Ensembles und mit den Tänzern hinaus aus dem Theater in die Stadt und das Umland von Wuppertal – den Ort, der 35 Jahre für Pina Bausch Heimat und Zentrum ihres kreativen Schaffens war.

Ich plädiere immer für Horizonterweiterung in jede denkbare Richtung – vielleicht ist dieser Film meine nächste:

Mitbewohner gesucht

Ich habe nie verstanden, warum sich Menschen in anstrengende, teure, langweilige, peinliche, unästhetische, gefährliche Hobbys stürzen, nur um Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Es gibt doch den viel einfacheren Weg der Wohnungsanzeige: Ein Anruf und ich bin verabredet. Die Leute laden mich sogar zu sich nach Hause ein.

„Hallo, ich bin der Frank, wir haben telefoniert?“
Bevor die Jule ihn hörte, hatte ich diesen Satz schon 142 Mal aufgesagt. Immer auf dieselbe einstudierte Weise: Die Betonung auf dem „ich“, um selbstbewusst zu wirken, die Melodie der Stimme leicht nach oben geführt, um das Fragezeichen anzudeuten, aber nicht überzubewerten. Das R und K von Frank hart, die eine mickrige Silbe des Namens überdeutlich ausgesprochen, damit keine Missverständnisse aufkommen, damit der Name hängen bleibt und niemand nach einer guten halben Stunde Gespräch noch einmal peinlich nachfragen muss, sich mir der Magen zusammen zieht vor Scham und Selbstekel, denn unwichtige Namen merkt sich keiner, genauso wenig wie unwichtige Menschen, dafür hat niemand Platz.
Ich habe gelächelt, ganz vorsichtig, die Angst zwischen meinen Lippen durfte nicht aufblitzen, und gesagt: „Hallo, ich bin der Frank, wir haben telefoniert?“
Einmal habe ich meine Ansage variiert und etwas spritzigeres versucht: „Hey, rate mal, wer ich bin!“ Dieser Satz keilte sich wie eine alte Feindschaft zwischen mich und den sympathischen Mittdreißiger mit der gemütlichen Küche.
„Äh, wie bitte? Wer bist Du?“
„Der Frank bin ich natürlich, wir haben doch telefoniert, ne? Sorry für den Spruch, natürlich weisst Du, wer ich bin, hab ich nur so gesagt, klar,“ plapperte ich, doch schon verzog sich sein Gesicht zu dem vorgetäuschten Lächeln, das ich schon so oft gesehen hatte.
Mitleid ähnelt sich.

Ich habe vor den Wohnungen andere Schleichwege ausprobiert, um Leute kennen zu lernen. Zum Beispiel als erfahrener Kunde im Waschsalon warten, bis jemand die Maschinen nicht bedienen kann und um Hilfe bittet. Oder meine Telefonnummer auf Geldscheine zu malen. Das Problem dabei sind nicht die Stifte oder die Scheine. Für ein paar Euros bekommt man hochwertige Neonfarben!
Ruf mich an, wenn du das liest. Frank.
Der Rücklauf jedoch ist gering. Offenbar hat niemand genug Zeit und Mut, die Nummer auf dem Schein anzurufen. Als würde ich sie betrügen, ihnen den Geldschein wegnehmen oder schlimmer. Immerhin: Bei minimaler Exposition knapp 30 Anrufe in einem Jahr. Achtundzwanzig legten sofort wieder auf (warum rufen die überhaupt an?), zwei Gespräche begannen, führten aber zu nichts. Eine Dame in der Bäckerei sagte, Leute, die Geldscheine bemalen, wären krank. Und wollte den Schein nicht annehmen. Das passierte manchmal. Aber wozu gibt es Automaten.

Jules Wohnung in der südlichen Altstadt war also Nummer 143. Wie man so viele Wohnungen schafft? Systematisch vorgehen!
Anzeigen auf den einschlägigen Webseiten checken, jeweils morgens und abends, denn die Leute stellen ihre Anzeigen entweder morgens vor oder abends nach der Arbeit online. Alle relevanten Angebote in das Dokument auf meinem Computer übertragen, nach Stadtteilen und Datum organisiert, damit ich mich schnell zurechtfinde und möglichst effizient vorgehen kann. Es kommen immer genug Anzeigen in Frage, wenn man weder auf Preis noch auf Lage schaute, wenn einem Größe und Ausstattung der Wohnung oder des Zimmers und die ganzen Faktoren wie Balkon und Haustiere und Küchenmitbenutzung und Haushaltskasse und Putzplan ganz egal sind. Möglichst immer ein paar Termine am selben Tag im selben Stadtteil ausmachen, so schaffe ich mehr Wohnungen in kürzerer Zeit, ganz easy.
Mein Chef nennt das „Zeitökonomie“. Ich mag den Ausdruck nicht. Ich habe einfach keine Lust, zu viele Viertelstunden in der Bahn oder im Taxi zu verbringen, da lernt man keine Menschen kennen. Mein Chef nennt mich auch sein „bestes Pferd im Stall“. Dabei gebe ich mir Mühe, nicht aufzufallen, bei der Arbeit, und rede eigentlich nie mit jemandem. Vielleicht gefällt ihm ausgerechnet das.
Die Wohngemeinschaften zu kontaktieren ist ganz einfach, ich schreibe eine standardisierte E-Mail („Hallo, ist das Zimmer noch frei?“) und bekomme bald eine Antwort oder einen Anruf, oder eben nicht. Ich bevorzuge eine Abmachung per Telefon, das ist verbindlicher und kein Problem für mich, man sieht mich ja nicht und ich kann mich schonmal an die Stimme gewöhnen. Ich trage also genau in die Datei ein, wen ich wann kontaktiert habe, um nicht die Übersicht zu verlieren. Wenn ich doch einmal durcheinander komme und jemanden zweimal anschreibe, entschuldige ich mich und schiebe es auf die Fülle der zu durchforstenden Angebote, da der Wohnungsmarkt zur Zeit „sehr heiss“ ist. Das habe ich von einem Vermieter aufgeschnappt, den ich einmal statt der eigentlichen Mieterin antraf, zu meiner großen Enttäuschung, denn der Vermieter wollen Geld verdienen, keine Menschen treffen. Der Spruch funktioniert jedoch immer: „Der Markt ist zur Zeit sehr heiss.“ Niemand fragt nach, wenn man vom Wohnungsmarkt redet. Und falls doch mal jemand zurück ruft und fragt, ob ich noch interessiert bin, sage ich einfach, ich hätte schon was anderes gefunden. Gespräche beenden kann ich ganz gut.

Jule suchte einen Zwischenmieter für ihre Freundin, die Hals über Kopf nach Madrid in ein Auslandssemester aufgebrochen war, weil ihr Freund dort ein Praktikum machte. Eine wirklich schöne Wohnung, eingerichtet in dem fröhlichen Stil junger Studentinnen, die Sinn für Farben und viel Besuch haben.
„Und du arbeitest als…?“ fragte Jule gleich am Anfang. Das fand ich gut, endlich konnte ich von meiner Arbeit erzählen und musste nicht immer fragen oder kommentieren. Sie schenkte mir ein Glas Wasser ein, während ich versuchte, meinen Job nicht allzu langweilig erscheinen zu lassen. Er ist langweilig, das weiß ich, um so nötiger ist es, ihn mit ein paar Anekdoten etwas spannender zu machen. Ich erzählte davon, wie ich manchmal meine Hände und sogar mein Gesicht kopierte. Wie ich damals die Akte schneller fertig hatte, als alle dachten, und ich dann einfach so herumsaß, und fast ein bisschen gepfiffen hätte vor Zufriedenheit. Und dass mein Chef mich gut findet, ich aber nicht genau weiß, warum. Jule hörte mir einige Minuten zu. Dann führte sie mich kurz durch die Wohnung.
Die Fotos im Gang zeigten die zwei Mitbewohnerinnen-Strich-Freundinnen (eine blond, eine brünette) auf dem Spielplatz in der Nähe, wie sie mit ein paar anderen undeutlichen Gestalten das Klettergerüst stürmen, jeder eine Flasche in der Hand. Dann beide auf einem Schiff, im Hintergrund das Meer, im Gesicht den Sonnenbrand. In ihrer Küche am Plätzchen backen. Mit ihren festen Freunden irgendwo im Grünen. David hieß jener, welcher in Spanien war, den anderen Namen konnte ich mir nicht merken, obwohl Jule ihn fünfmal erwähnte. Als ob ich ihn noch brauchen würde. Fünfmal in knapp zwanzig Minuten Gespräch.

Ich glaube, die zwei jungen Frauen wohnen inzwischen wieder zusammen. Jedenfalls standen neulich zwei Paar verschieden kleine, weibliche Segeltuchschuhe vor ihrer Tür, als ich im Stock darüber eine andere Wohnung anschaute. Ich hab kurz überlegt, ob ich klingeln soll. Aber es war schon zu lange her, dass ich Jule kennen gelernt habe, um einfach so dort aufzutauchen. Außerdem hatte ich den ganzen Tag Besichtigungstermine. Es läuft gut: Inzwischen habe ich mehr als 200 Wohnungen gesehen. Es sind aber, nach meinen Berechnungen, noch genug übrig.

A Brief History of Title Design

Ian Albinson von The Art of the Title Sequence hat zweieinhalb Minuten Filmtitel hintereinander (und den Ghostwriter darunter) geschnitten. Wie sich die Zeiten doch ändern, vor allem im Kino. (Habe gestern übrigens Biutiful gesehen und bin immer noch ein bisschen traurig. Nur in emotional stabilisierender Begleitung genießen!)

Via. Die Filme: Intolerance, Phantom of the Opera, King Kong, Modern Times, My Man Godfrey, Make Way For Tomorrow, Citizen Kane, The Maltese Falcon, Gun Crazy, The Treasure of the Sierra Madre, Lady in the Lake, Fallen Angel, The Thing, Singing in the Rain, The Man with the Golden Arm, Anatomy of a Murder, Psycho, North by Northwest, Vertigo, Grand Prix, To Kill A Mockingbird, Dr. No, The Pink Panther, Goldfinger, Dr. Strangelove, Bullitt, Barbarella, Soylent Green, Mean Streets, Star Wars, Saturday Night Fever, Superman, Alien, Raging Bull, The Terminator, Brazil, The Untouchables, Do The Right Thing, Forrest Gump, The Naked Gun, Cape Fear, Reservoir Dogs, Delicatessen, Natural Born Killers, Freaked, Se7en, The Island of Dr. Moreau, Mimic, Donnie Brasco, Mission Impossible, Dawn of the Dead, Fight Club, Catch Me If You Can, Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events, The Fall, Casino Royale, Six Feet Under, Carnivale, Dexter, Mad Men, Iron Man, Juno, The Kingdom, Wall•E, Sherlock Holmes, Up In The Air, Zombieland, Scott Pilgrim vs the World, Buried, Robin Hood, Machete, The Social Network, Enter The Void

WikiLeaks-Linkliste

Warum hört man nur noch wenig von WikiLeaks und Julien Assange? Einerseits weil das Thema inzwischen eingeschlafen ist wie ein sattes Baby, vor allem aber weil andere Probleme (siehe unten) im Moment wichtiger erscheinen. Ich sammle also antizyklisch, was in letzter Zeit dazu herumkam, angefangen mit einem Video von Australiens Ministerpräsidentin Julia Gillard, die in einer TV-Show direkt von Julien Assange befragt wird (ab 2:50):

  • So viel zum Thema Relevanz der Depeschen: “Internationale Atomexperten haben Japan schon 2008 auf massive Sicherheitslücken seiner Kraftwerke hingewiesen – das geht aus einer US-Depesche hervor, die WikiLeaks veröffentlicht hat.”
  • Bradley Manning sitzt derweil weiter unter unmenschlichen Bedingungen in Einzelhaft, u.a. angeklagt der “Kollaboration mit dem Feind.”
  • Und Julien Assange scheint zwar nicht weniger narzisstisch, aber auch zunehmend zynisch zu werden. WikiLeaks habe zwar bei der Jasmin-Revolution eine große Rolle gespielt, aber grundsätzlich hat er erkannt: “Das Internet ist keine Technologie, die die Freiheit der Rede befördert, sondern die größte Spionage-Maschine, die jemals gebaut wurde.”