Sonntag

Irgendjemand muss einmal zu oft gesagt haben: Anne, nimm es mit Humor. Also entstand ein Video (das hoffnungsvolle Attribut “viral” spare ich mir), in dem Anne Will einen typischen freien Sonntag verlebt. Da ihre Sendung auf Mittwoch geschoben wurde, hat sie offenkundig genug Gelegenheit zu endwöchentlicher Eremitage. Inklusive Hochqualitätszeitungslektüre, Werbefernsehen-Orangensaft-Frühstück, fetter Musik und dem Gottesdienst der Neuen Bürgerlichkeit, dem Tatort. Es wird züchtig bekleidet gesonnenbadet, die Blumen auf der Berliner Dachterrasse erfrischt, die braunen Beine aufs Fernsehsofa hochgelegt und mal so richtig ausgespannt. Als der zügellose Hedonismus kaum mehr einzufangen ist, schiebt sich die verrückte Anne doch glatt ein paar Chips in den Mund. Ob Anne Wills Sonntage wirklich so aussehen?

Und wo ist ihre Freundin Miriam Meckel, auf deren Blog ich das Video unter der bemerkenswerten Überschrift “Sunday, sunny sunday” fand?

Wandel

Manchmal passiert sehr schnell sehr viel.

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich diese Animation von der Aufteilung des Musikmarktes nach Tonträgern (1980-2010) wortreich kommentieren. Denn ich habe selten eine so erhellende Visualisierung von Technologieevolution bzw. /-diffusion gesehen, die auch noch emotional berührt. Denn wie die meisten 80er-Kinder habe ich mein erstes Album (Roxette!) noch auf Platte gekauft und die Diskussionen um den Sinn der CD miterlebt. Als Napster startete, war ich schon alt genug zu merken, dass nichts mehr so sein wird, wie es mal war. Wie schnell sich heute neue Technologie verbreitet, wie kurz die Lebenszyklen mancher Produkte sind und ob ich selbst momentan vielleicht Gegenstand einer Innovation bin, also von einer neuen Version meiner selbst abgelöst werde, kann ich an dieser Stelle nicht mehr weiter diskutieren. Nur so viel: Ab Herbst wird es hier wieder etwas bunter und mehr, weil bei mir etwas langsamer.

Via Winkel.

Dialog

jetzt.de-Party, ca. 0.00 Uhr.

Sie: “Und, schreibst Du auch?”
Er: “Ja, für die BILD.”
Sie: “Oh, BILD München oder Hamburg oder…?”
Er: “Ne, äh…”
Sie: “Ja?”
Er: “Bild… Unterschriften. Wenn Du mal Fotos auf Facebook hochlädst, liefer ich Dir die Texte!”