Hochzeit

Am Wochenende bin ich auf einer Hochzeit eingeladen. Es wird ein rauschendes Fest, das volle Programm: Standesamt, Essen, Eskalation. Kleider, Krawatten, Brautstrauß, Ringe. Nervöse Trauzeugen, weinende Eltern. Ein Brautpaar.

Es trauen sich zwei Menschen, die durchaus noch herumrocken könnten. Die noch nicht fertig oder langweilig, sondern ständig in Bewegung sind. Dass sie sich aneinander binden, offiziell und im großen Kreis, dass sie sich ihrer Liebe versichern und versprechen, es gut miteinander zu meinen, ist groß. Um so größer, da sie scheinbar einer aussterbenden Art angehören. Denn ihre Hochzeit ist diesen Sommer die einzige für mich. Und die erste im Freundeskreis seit Jahren. Obwohl ich jetzt in dem Alter bin, in dem Paare sich endgültig einander binden, kenne ich nur zwei, die es auch amtlich tun.

Die Statistik lügt nicht: Die Zahl der jährlichen Eheschließungen in Deutschland hat sich seit 1950 fast halbiert. Relativ zur Einwohnerzahl ist sie sogar von 11 Hochzeiten pro 1000 Einwohner auf 4,6 gesunken.

Klar, heute ist alles im Fluss. Die serielle Monogamie schaltet eine Partnerschaft nach der anderen. Vieles kann, nichts muss. Aber eigentlich müsste doch gerade deswegen das Fest zu Ehren liebevoller Partnerschaft boomen, oder? Immerhin dürfen wir endlich, wie wir wollen: Ohne Mitgift zu zahlen, ohne sozialen Aufwärtszwang, ohne religiöse Kompatibilitäten beachten zu müssen. Um hinterher monogam oder in der so genannten “wilden” Ehe zu leben. Mit oder ohne Ritualen, Trinkspielen, Hochzeitswalzer. Ohne oder mit Pfarrer, Rabbi, DJ. In diesem Fall hat der Bräutigam für den Sektempfang nach dem Standesamt eine klare Regel gesetzt: Es läuft Techno, und jedes Mal, wenn ihn jemand bittet die Musik leiser zu stellen, macht er sie ein bisschen lauter.

Bis alle tanzen.

Heute darf eben jeder heiraten, wie er will. Doch selbst eine nach Gefallen spinnbare Hochzeit ist für viele offenbar keine Option. Sie beziehen stattdessen gemeinsame Wohnungen, kaufen Autos und bekommen Kinder. Sie wollen alles miteinander. Außer heiraten. Wozu, fragen sie, ist doch alles gut, auch ohne Ringe? Als bliebe ihre gelebte Liebe, so lange sie nicht verheiratet sind, ein Spiel. Als könnten sie ohne Trauschein jederzeit sagen: Ach, das Auto, die Wohnung, die fünf Jahre, das Kind – es war ein Fehler! Komm, lassen wir das, mach´s gut.

Früher war die Hochzeit genau deswegen der wichtigste Tag im Leben: Man legte sich fest. Ab dem Tag der Hochzeit lief alles nur noch mit diesem einen Menschen. Haus, Hof und Kinder waren an ihn oder sie gebunden oder überhaupt erst möglich, denn offiziell galt: Ohne Ehepartner kein Sex, keine Kinder, keine eigene Familie, keine vollwertige gesellschaftliche Teilhabe, keine Alterssicherung. Die Hochzeit stellte die zweite große Weiche nach der Geburt. Von ihr hing sozialer Status – und was man so „Glück“ nannte – entscheidend ab.

Aber Tradition und Religion haben die Ehe in unser säkularisierten Gesellschaft nicht mehr unter Kontrolle. Die Hochzeit hat sich wie die Beerdigung als Ritual emanzipiert von einer Kirche, die sie lange genug zugunsten ihrer Deutungshoheit und gesellschaftlicher Vormacht instrumentalisiert hat. Spätestens unsere Generation weiß, dass den Ehebrecher kein himmlisches Strafgericht erwartet. Scheidung ist kein Sakrileg, sondern eher eine bürokratische Wurzelkanalbehandlung – unschön, aber manchmal notwendig. Man kann sich aus freien Stücken dafür und irgendwann wieder dagegen entscheiden, ohne die Ehe an sich abzuwerten. Ihre Mythologisierung ist überwunden.

Die Ehe dient endlich uns, nicht wir ihr.

Vielleicht befürchten Heiratsunwillige angesichts ihrer Verhandelbarkeit , dass eine Ehe sie entromantisieren, quasi alle Romantik auf einmal aufbrauchen würde. Dass die große Entscheidung füreinander die täglichen kleinen Zugeständnisse und Kompromisse, die viel schwerer fallen, entwertet. Dass eine Hochzeit die Beziehung eher schlechter als besser macht, weil man sie unter Druck setzt. Weil die Eheschließung die scheinbar wichtige Illusion nimmt, dass man sich noch nicht entschieden hat.

Oder ist die Aussicht noch pessimistischer? Irgendwann betrügt man sich ja sowieso, denken viele und sagen wenige. Diese ultimative Verletzung ist ohne Ehering sicher leichter zu ertragen – und als Fremdgänger muss man weniger ausziehen. Unverheiratete rechnen kühl: Wer seine Beziehung nicht erhöht, fällt nicht so tief. Scheidungskinder wissen Bescheid.

Doch der Verzicht auf die Hochzeit als Konfliktprophylaxe ist ein Missverständnis. Wer gut zueinander ist, ist es auch ohne Trauschein. Und mit. Die Wahrheit ist: Eine Hochzeit ändert nichts. Und das ist okay so.

Ehe-Verweigerer sind oft die wortwörtlich konservativ Liebenden, weil sie einerseits an einem Bild der Ehe hängen, das zum Glück längst out ist. Und andererseits die Erfahrungen vergangener Generationen (Betrug, Scheidung, Gewalt, offene Zahnpastatuben) in die Zukunft projizieren. Weil sie vielleicht nicht daran glauben, dass sie eine Ehe mit eigenen Werten füllen können, jenseits von Selbstaufgabe und Scheinheiligkeit. Weil sie das, was sie haben, nicht vermeintlich aufs Spiel setzen möchten. Weil sie sich nicht festlegen wollen, um nicht aufs Kreuz gelegt zu werden. Das ist verständlich und vor allem menschlich. Weil länger lebt, wer vom schlimmsten Fall ausgeht.   

Und liegt vielleicht auch daran, dass das Event Hochzeit zwar in Kultur und Medien stattfindet, aber nicht cool ist. Für alle sichtbar heiraten Prominente (oft zum dritten Mal) und Adlige (oft bedingt freiwillig) – besonders pompös und besonders wenig nachahmenswert. Ein Hauch von Zwang und Narzissmus umweht ihre Trauungen. In Zeiten inflationärer öffentlicher Bekenntnisse im Netz ist das einmalige Bekenntnis zur Liebe seltsamerweise out. Die längst überfällige Einführung der  gleichgeschlechtlichen Ehe brachte einen Schwall politikverdrießender Schwachsinnigkeiten von konservativen Betonköpfen mit sich. Meist regiert kulturell das alte Modell von Fremdbestimmung und Unfreiheit, von naiver Gegenwartsfixierung: Welcher Film zeigt schon den Kater am nächsten Morgen, welcher gar den Alltag? Hochzeit wird inszeniert als Kitsch und Romantic Comedy, im besten Falle untrügliches Zeichen für ein Happy End. Ihr fehlt medial die Tiefe. Sie wird überzeichnet und dadurch banalisiert, bis man vergisst, was sie eigentlich meint.

Und fragt man an einen Pop-Song zum Thema Hochzeit, wird meisten wird die ewige White Wedding einfallen. Billy Idol. 80er Glam-Rock.

Kurz: Es fehlen die positiven Vorbilder und die good vibes. Die Hochzeit hat ein Image-Problem. „Fest der Liebe“? So nennt man Weihnachten.
Nur wenn ausgerechnet Altkanzler Helmut Kohl Trauzeuge einer Homo-Ehe ist, gewinnt die Hochzeit endlich wieder die verdiente Strahlkraft und ruft: Seht her, die Liebe im dritten Jahrtausend ist frei!

Heute wird die Geburt eines (ersten) Kindes als einschneidenderes Erlebnis nominiert, aber aus nahe liegenden Gründen selten gefeiert. Dafür zelebriert man runde Geburtstage wie Inthronisationen, wie Voodoo-Zauber gegen die Todesangst. Und unabhängig von wichtigen Daten hat sich eine Kultur des “Feierns” entwickelt. Ein offensiver Hedonismus der Clubs und Festivals, der zwar exzessiv ist, aber anlasslos. Niemand braucht einen Grund, um im Berghain auszuflippen. Man kann einfach das Leben feiern. Oder auch nicht.

Mit all diesen Festen wetteifert die Hochzeit als Event. Und spielt doch außer Konkurrenz. Denn sie hat etwas magisches an sich, das keine andere Festivität erreicht: Der kollektive Konsens aller Anwesenden, aus genau dem richtigen Grund zusammen zu sein. Was bitte kann man besseres zelebrieren als die Liebe? Und wieso damit warten, bis man alt und müde ist? Lieber die Party schmeißen, solange die Liebe noch frisch ist und die Gäste eskalieren können und wollen. Solange man einem großen Kreis einander verbundener Menschen etwas einmaliges schenken kann. Solange noch ein paar Singles der Nacht etwas flirtig-flirrendes verleihen, jede Hochzeit also die nächste provozieren könnte. Diese Hoffnung nährt jede Hochzeitsnacht und lässt den Brautstrauß fliegen: Vielleicht verspricht bald jemand anderes seinem geliebten Menschen, für ihn oder sie da zu sein, so lange es geht.

Dabei macht sich niemand mehr die Illusion, dieses Versprechen müsse – auf Eheberater komm raus – für immer halten. Wenn doch, um so besser! Aber das Ja-Wort wird heute nicht an seiner unendlichen Haltbarkeit, sondern an seinem Ernst gemessen. Es ist sich selbst genug in der Gegenwart. Es ist bedeutend im Hier und Jetzt.

Denn dieses Versprechen ist nicht nur Liebesbeweis. Es ist die ultimative Antwort auf eine Welt der unendlichen Möglichkeiten, auf den ewig schillernden Strauß der Optionen und Opportunitäten; auf die Sprachlosigkeit und die Lähmung, die uns erfassen, wenn alles zu viel wird. Das Versprechen, laut artikuliert und bezeugt und damit unwiderruflich in die Welt geholt, schließt Türen, sperrt Lärm aus und stoppt Luftzüge, die das Glück stören können. Und öffnet gleichzeitig den einen gemeinsamen Raum, dem man sein Leben widmen will. Der zu finden, abzustecken und auszufüllen eine unterschätzte Leistung ist. Brautpaare singen mit Pharell: We´ve come to far to give up who we are. Wer heiratet, hat viel erreicht, aber noch nicht genug. So ist die Ehe nicht Aufgabe, sondern Anfang.

Denn eine Hochzeit ist eben nicht das Ende der Freiheit, sondern ihr ultimativer Triumph. Niemals zuvor in der Geschichte unserer komischen Spezies konnten zwei Menschen so frei zueinander finden wie heute, in unseren unfassbar privilegierten westlichen Gesellschaften. Eine Hochzeit ist auch eine Feier der Zivilisation, eine ausgestreckte Zunge in Richtung aller Unterdrücker und Bevormünder. Die Heirat aus freien Stücken, aus Liebe!

Das ist die wahre Krone der Schöpfung.

Dieses Wochenende bin ich auf einer Hochzeit eingeladen. Alle Freunde werden dort sein. Sie werden lachen, tanzen und trinken, sich umarmen, weinen und wieder lachen. Sie werden tun, was Menschen tun, wenn sie etwas besonderes zu feiern haben. Etwas heiliges. Das einzige, was die Grenzen unserer Existenz, so pathetisch es klingen mag, was Körper, Zeit, Tod und alles andere hinter sich lässt: Die Liebe. Wer sich zu einem Fest der Liebe einfindet, ist für kurze Zeit nicht mehr von dieser Welt.

Und ich? Ich werde ganz klein sein, angesichts der Größe des Anlasses. Ich werde feiern, staunen und lieben. Und dem Paar in einem ruhigen Moment sagen, was ich zu sagen habe: Menschen, die einander kennen gelernt, sich ausprobiert und aneinander gerieben haben, um dann das mutigste zu tun, was ein Individualist tun kann, nämlich sich einen anderen Individualisten ans Bein binden, bewundere ich wie nichts auf der Welt. Um so mehr, wenn es zwei so geschätzte Menschen sind. Dass sie sich einander anvertrauen, macht mich noch ein bisschen mehr stolz, sie zu kennen.

Diese paar Worte sind für sie. Mögen sie wahnsinnig glücklich miteinander werden.

11 Gedanken zu “Hochzeit

  1. Lieber Herr Karig,
    wir kommen wahrscheinlich aus sehr verschiedenen Weltanschauungen. Aber ihr Fazit kann ich nur aus ganzem Herzen bejahen. Sich radikal zu Verschenken – sie schreiben so denken es andersherum: sich zu trauen, sich jemand radikal zuzumuten – als Krone der Schöpfung, ultimative Antwort auf den Entscheidungsterror der Moderne und Triumph der Freiheit. Toll!
    Als Theologe und Priesterkandidat kann ich Ihnen nur sagen, dass ich das genau so sehe und im Studium übrigens auch genau so lerne. Und in diesem Sinne übrigens auch meinen Zölibat verstehe.

    Vielleicht sind doch gar nicht so unterschiedlich.
    Ich wünsche eine frohe, ausgelassene und im besten Sinne gesegnete Hochzeit! Feiern Sie die Liebe!

  2. Der Text betont hartnäckig, nicht-eheliche Beziehungen nicht abwerten zu wollen, tut dann aber genau das. Die Relativierungen und Entmystifizierungen sind rein rhetorisch, denn am Ende bleibt ja doch wieder nur der Mythos und das Abwerten der Nicht-Ehe: Hochzeit ist hier das “Festlegen”, die “Entscheidung füreinander” “Zelebrieren der Liebe”.

    Als gäbe es das alles nicht, wenn man sich seine persönliche Beziehung nicht amtlich zertifizieren lässt. Aber dann ist es ja nur ein “Spiel”. Dass ausgerechnet diese Haltung dann eine “ausgestreckte Zunge in Richtung aller Unterdrücker und Bevormünder” sein soll, ist einigermaßen bizarr.

  3. Friedemann, das war ein großer Wurf!
    Ich plädiere dafür, dass Du diese sehr treffende Abhandlung über die Ehe und Liebe auch mündlich in einer Rede dem Brautpaar widmest.
    Eine kurze Anmerkung: ich kann nur unterstreichen, dass wir die Freiheit unserer westlichen, insbesondere westeuropäischen Gesellschaften kaum genug würdigen können (wie lange noch?) Doch Freiheit suggeriert eben auch, dass alles möglich ist, das perfekte Leben, die perfekte Ehe greifbar ist. Noch dazu haben wir scheinbar aus den Fehlern unserer Eltern gelernt. Dieser Wunsch nach Perfektion ist aber illusorisch und deswegen schrecken wohl viele vor der Herausforderung unbewusst zurück. Eine langfristige Beziehung bedeutet immer Kompromisse, Enttäuschungen, Krisen, Lügen (klein oder gross). Natürlich viel mehr auch Glücksmomente, tiefe Verbundenheit, Vertrauen und Nähe, aber das geht nur wenn man auch Täler aushalten kann. Und die Unverbindlichkeit, ob Ehe oder Patchwork hört da auf, wo Kinder geboren sind. Da heisst es für uns Individualisten, das richtige Maß zu finden und dem Lockruf des seriellen zu widerstehen, dem Lockruf einer Karriere ohne Rücksichtnahmen. Dann kommt vielleicht die Erkenntnis, dass jede Beziehung nach 5 Jahren keine nicht endend wollende Party mehr ist und es aber auch schön sein kann, vor der Verantwortung und Liebe für Partner und Kinder nicht davonzulaufen. Verbundenheit, so altbacken es klingen mag, ist auch eine Frage der Zeit und der Beharrlichkeit.
    Aber…
    LASST KRACHEN AM WOCHENENDE!

  4. Lieber Herr Friedemann,

    einer darf bei diesem Thema nicht fehlen: Der große Arthur S.
    Ganz nonchalant wie man ihn kennt warnt er, dass die eheliche Gemeinschaft zwangsläufig darauf hinaus laufe, “seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln”. Oder, noch etwas drastischer: “Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde.”

    Wir beide wissen, dass unser Freund M. schon immer ein großer Aalfänger war.

  5. Danke, insbesondere für die herausstellung der Ehe als freie Entscheidung.
    Ich höre in letzter Zeit immer diesen dümmlichen Vergleich mit Disney. Dass dieses Unternehmen uns hinterrücks Liebe und Romantik aufgezwungen habe. Und dass die romantische Liebe nur eine historische Phase war und Menschen ja doch schon immer in Gruppen Sex hatten und wir nur so spießig/religiös/verklemmt/disneygehirngewaschen sind. Das stimmt ja alles nicht. Klar, die Idee jemanden aus Liebe zu heiraten war neu, aber die Liebe gabs doch trotzdem. Leider dann häufig zu jemand anderen als dem künftigen Ehepartner.
    Dass ist doch das grandiose unserer Zeit, ich könnte, wenn ich wollte einen schwarzen Mann heiraten. Weil ich will, nicht weil unsere Eltern meinen es würde finanziell Sinn machen. Ich kann aber auch ganz reaktionär hetero bleiben mit Häuschen und Sonntags Auto waschen.

    Es lässt sich auch gut mit dem ganzen Fremdgehmist vergleichen. In früheren Zeiten konnte ich sehr gut verstehen warum Menschen fremdgehen. Wenn ich eine Frau liebe und dann eine andere heiraten muss, die mich gar nicht mag und ich sie auch nicht, dann ist das vollkommen ok und auch gar kein wirklicher Betrug. Heutzutage allerdings muss man schon ein riesen Arschloch sein, um die Person, die man sich freiwillig aussucht auch noch so zu demütigen und zu verletzten aus reiner Gier und Selbsucht, weil man halt doch nochmal sich “austoben” muss, weil man ja Lust auf Sex mit anderen “wegtoben” kann…(Das bspw wird leuten im Mainstream heute aufgezwungen)
    Früher war Fremdgehen verpönt, weil Gott das schändlich fand. Eher ein schwaches Argument aus meiner Sicht. Heute wirds als toll und selstbestimmt angesehen, aber es gibt gute, rationale Gründe dagegen wie den Partner mit Krankheiten anstecken (darüber wird öffentlich pratkisch gar nicht geredet) oder, dass man den Partner sich ja nun auch selbst ausgesucht hat und der einem nicht aufgezwungen wurde.
    Dass gerade in einer Gesellschaft, in der Gier und Egoismus immer schlechter angesehen werden, diese Selbstsucht so abgefeiert wird ist mir immernoch ein Rätsel. (“Und wenn du fremdgehst, ja nicht deinem Partner sagen, nachher musst du noch die Konsequenzen deines Handelns tragen”)

  6. Lieber Friedemann,

    du findest ein paar schöne Bilder und Formulierungen. Doch so recht klar ist nicht, wo der Text hin will. Er schlägt hier einen Haken, spricht da einen Einwand an, läuft dann wieder in die andere Richtung, führt einen kurzen Exkurs und dann … bleibt kaum eine Erkenntnis zurück. Ja, Liebe ist wichtig und sowas alles. Aber es scheint mir, als wenn der Text ein Spiegel deiner Gedanken ist: Noch unklar, ob die Ehe jetzt etwas Besonderes ist oder nicht. Und ob dieses Besondere eine positivere Bewertung als eine Partnerschaft ohne Ehe verdient oder nicht. Oder ob die Ehe überhaupt noch Sinn macht oder nicht. Diese Fragen sprichst du alle an, aber sie richtig zu beantworten, schaffst du in keinem Absatz.

    Ist die Ehe jetzt ein neuer “Anfang”, ein neuer Startpunkt für die Liebe, oder ist auch alles ohne sie möglich? Um diese Frage drehst du dich ständig, hast aber keine Antwort parat, nicht einmal eine, die für dich gilt. Und weil du keine Antwort hast, ziehst du dich zurück auf die “Freiheit zu wählen, dass man miteinander die Liebe feiert”, das sei ja sowieso das Wichtigste.

    Schade, dass das alles etwas konfus ist.

  7. Ich wollte nie Heiraten und auch nie Kinder. Doch ab einem gewissen Alter bekommt man ein ganz eigenes Bild ohne es mit Vorurteilen in Verbindung zu bringen. Besonderes Männer denke ich brauchen dafür erst mal eine gewissen Emotionale Reife.

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