re:publica 14 best of

„Wenn sich die Metzgerinnung trifft, wird auch nur vom Schlachten gesprochen.“ 
Christian Fahrenbach

Für mich bedeutete die re:publica dieses Jahr eine klare Steigerung: Noch mehr gute Begegnungen, noch mehr Inspiration, noch mehr gute Sessions, noch mehr Moscow Mule. Man kann sich bei den Veranstaltern nur bedanken. Und vor allem dem Programmteam, das grandiose Inhalte geholt hat. Natürlich schwimmen “wir” dort für drei Tage im eigenen Saft. Aber, siehe auch das Zitat vom großartigen Christian Fahrenbach oben: Köcheln im Sud bringt Geschmack und Reife.

Das Internet habe ich allerdings nicht in Berlin, sondern in Düsseldorf am Flughafen gefunden. Aber es funktioniert!

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Und hier die besten, wichtigsten, unterhaltsamsten Vorträge, die ich bis jetzt von der re:publica 14 gesehen habe:

Moritz Metz hat umgesetzt, von dem bestimmt viele, zumindest aber ich seit Jahren träume: Er hat das Internet gesucht. Also, physisch. Er ist zu den Unterseekabeln gefahren und zu dem Acker in Österreich, auf dem Google neue Serverfarmen baut. Er hat mit dem Hacker-Bauern gesprochen, der Google seinen Acker verkauft hat, mit DSL-Technikern und vielen Menschen, die irgendwie das Netz sind, und doch wieder nicht. “Wo das Internet lebt” war die für mich spannendste, schönste Session überhaupt.

Die Yes Men muss man mögen. Sie präsentieren einen sehr schönen Streich, den sie einer Versammlung der amerikanischen Homeland Security gespielt haben.

Sascha Lobo und die Kanzel, ein Format für sich. Man hatte vor dem Vortrag das Gefühl, Sascha sei der Philip Rösler der Veranstaltung, er müsse abliefern, sonst würde man ihn nicht wieder einladen. Was natürlich Quatsch ist, weil er inhaltlich immer stark war und ist. Besonders rund um die Überwachungsproblematik, der er in seiner SPON-Kolumne oft erst einen Namen gegeben hat. Sascha hat Recht, wenn er uns zum Spenden und Lobby-Bildung ermahnt. Er hat Recht, wenn er die Begriffe verschärfen will. Er bewegt die nicht existente “Netzgemeinde” mit diesen Ansätzen wie kein zweiter. Ich hoffe, er hat uns erfolgreich ins Gewissen geredet. Aber leider hat er keinen Satz darauf verschwendet, wie man jene knapp 80 Millionen Deutsche erreicht und überzeugt, die Sascha Lobo mit dem Sänger der Toten Hosen verwechseln. Vielleicht, weil er es genau so wenig weiß, wie wir alle.

Hannah Fry versucht, menschliches Verhalten zu mathematisieren. Und erklärt ihre Theorien mit Pep Guardiolas Fußball. Damit bin ich Fanboy.

Felix Schwenzel spricht über ganz ähnliche Sachen wie ich und benutzt meinen und Saschas Vortrag quasi als Sprungbretter. Fand ich gut. Und er hatte Recht: Meine Einleitung dauerte sehr lange. Aber die Zeit hatte ich gebraucht, um u.a. zu erklären, warum “Sicherheit vs. Freiheit” eine quatschige Dichotomie ist. Seine Analogie, man gebe Freiheit gerne für Sicherheit auf, wenn man sich im Auto anschnalle, nutzt genau dieses alte überwachungsrelativierende Narrativ, das ich eigentlich mit meiner Session für alle Zeiten abschaffen wollte. Hat wohl nicht funktioniert. Und ob sein Vergleich mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung nicht hinkt oder gar im Rollstuhl sitzt, weil es heute nicht um die Diskriminierung einer klar abgegrenzten Gruppe geht, sondern eher um den Angriff weniger auf viele – man weiß es nicht. Aber am Ende erkennt er natürlich zurecht: Uns fehlt die Story, die Worte, die Bilder. Der Hebel.

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