Links am 16.9.14

 Caspar C. Mierau: “Was die AfD sagt – was die AfD meint” – warum es mehr braucht als Popcorn in der Auseinandersetzung mit der AfD

“Jeder mediale Angriff – wie ihn Parteien in einer Demokratie aushalten müssen – stärkt unter dieser Voraussetzung den inneren Zusammenhalt und die eigene Position, statt sie zu schädigen.”

Aber ein bisschen komödiantisch auf die Trollpartei draufhauen – das muss aus Gründen der Psychohygiene erlaubt sein?

 

Begründung zum Austritt aus der AfD | Blogging about stuff that matters (to me)

Michaela Merz tritt aus der AfD aus. Warum, ist denkwürdig.

“Die AfD ist zu einer konservativen Partei rechts der CDU geworden. Und diese Reise von einer Partei der Mitte hin zu einer identitären Bewegung mit einer „historische Mission“ ist aus meiner Sicht noch lange nicht zu Ende.”

Anmerkung: Deswegen ist bloggen toll.

 

U.S. Pushes Back Against Warnings That ISIS Plans to Enter From Mexico – NYTimes.com

“On Fox News on Monday, a county sheriff in Texas said he had received reports that Qurans and Muslim clothing had been found on smuggling routes. He said that was evidence that Muslims had been smuggled into the United States.”

Nach so einem Artikel fühlt man sich im herbstlich-irren AfD-Deutschland wie in einer wohlig-warmen Badewanne der Vernunft.

 

Illegal? Irrational? Irrelevant? Obama’s Isis address falls down on every front | World news | theguardian.com

Obamas Rede zu den neuerlichen Bombs over Baghdad mal durchanalysiert. Interessant.

 

Algorithmen – Die unheimlichen Herrscher der Onlinewelt – Nachrichten Wissenschaft – DIE WELT.

Ein kundiger, unaufgeregter, eher die Aufregung persiflierender Artikel über das Schreckgespenst Algorithmen. Warum ist es so schwer, solche Texte über das Digitale zu schreiben?

“Hinter Daniel Schneider, an der Wand aus nacktem Beton im Plattenbaubüro von Zalando in Berlin, hängt ein Poster, auf dem steht: “Was du nicht messen kannst, das existiert nicht.”

Hilfe, denkt man, aber vor dem Poster erinnert Schneider an die Welt, in der Händler keine mathematischen Formeln benutzen, um Kleidung zu verkaufen. Eine ihrer Benutzeroberflächen, wenn man so will, ist das Kaufhaus. Auch dort überlassen Verkaufsleiter die Dinge ungern dem Zufall. Sie hängen im Herbst die Trenchcoats an die Puppen, sie platzieren die Schals auf dem Weg zur Kasse.

Daniel Schneider sagt, dass er auch nichts anderes mache.”

 

Shoshana Zuboff: Unsere Zukunft mit „Big Data“: Lasst euch nicht enteignen! – FAZ

Teilweise lesenswert, wenn auch an zwei Stellen, zu Anfang, eher Quatsch:

“Ich habe die Deutung vorgeschlagen, dass der iPod für das Zeitalter des Internets das ist, was der Ford Model T für das Zeitalter der Massenproduktion war. Aber was eine Epoche ausmacht, ist mehr als ihre Technologie.”

Das wird nicht weiter ausgeführt, aber ich denke sie meint, dass… ach, egal. Ein Vergleich muss sitzen, nicht erklärt werden. Weiter geht es mit:

Aber was eine Epoche ausmacht, ist mehr als ihre Technologie. Zum Beispiel waren im Zeitalter der Massenproduktion Maschinen nicht alles. Erstens setzte die Massenproduktion Angestellte und Konsumenten voraus. Menschen bedeuteten etwas.

Meint sie damit, dass Menschen heute keine Bedeutung haben? Wo kommen dann all die Daten her, über die wir bei Big Data reden? Später dann:

“In der Vergangenheit bildeten Bevölkerungen ein Reservoir von Angestellten und Konsumenten. Im Überwachungskapitalismus werden die Bevölkerungen nicht mehr angestellt oder bedient. Stattdessen sollen ihre Verhaltensdaten abgeschöpft werden.”

Danach habe ich erstmal aufgegeben. Der Text ist ewig lang, voller falscher Setzungen und so unterhaltsam geschrieben wie ein Strafzettel. Man muss sich nicht alles antun, oder? Ich habe runtergescrollt und den Schluss gelesen:

“Behalten Sie Ihren Mut. Wir stehen erst am Anfang und es stimmt, dass Anfänge furchteinflößend sind. Aber, wie Hannah Arendt es formuliert hat, mutet jeder Anfang aus der Perspektive der Prozesse, die er unterbricht, wie ein Wunder an. Die Begabung, Wunder zu tun, ist überaus menschlich, so ihre Argumentation, weil sie die Quelle aller Freiheit ist. Mögen wir gemeinsam Frank Schirrmachers Erbe weiterführen, indem wir uns an der Schaffung vieler großartiger und schöner neuer Tatsachen beteiligen, welche die digitale Zukunft als Heimat der Menschheit zurückgewinnen.”

Yo. Alles wird gut, wenn wir nur wollen. Und bessere Texte schreiben.

Ein Gedanke zu “Links am 16.9.14

  1. Pingback: Ja, ich nerve. Die AfD auch. | juna im netz

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