Booking

Als hätte man mir die Wünsche von den feuchten Lippen abgelesen: Im Bob Beaman, wo ich sowieso schon liebend gerne verweile, wird ab Dienstag auch noch vorgelesen. Und zwar von wertgeschätzten Autoren wie Moritz von Uslar (nebst Band aus “Deutschboden”) oder Thomas Glavinic. Dazu spielen sie logischerweise Musik. Wie schön ich das genau finde, kann ich in keine Metapher packen. Irgendwas in Richtung heißer Schockolade mit Rum auf wunder Seele. Oder so.

Mashupfaktur

Endlich wird erklärt, wie Mashups Marke Soulwax entstehen:

“This trailer directed by Saam Farahmand was inspired to create a unique interpretation of the ethos behind the project. The result is a breathtaking film that perfectly encapsulates the audio visual obsession of Radio Soulwax.”


Via MC Winkel.

Wandel

Manchmal passiert sehr schnell sehr viel.

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich diese Animation von der Aufteilung des Musikmarktes nach Tonträgern (1980-2010) wortreich kommentieren. Denn ich habe selten eine so erhellende Visualisierung von Technologieevolution bzw. /-diffusion gesehen, die auch noch emotional berührt. Denn wie die meisten 80er-Kinder habe ich mein erstes Album (Roxette!) noch auf Platte gekauft und die Diskussionen um den Sinn der CD miterlebt. Als Napster startete, war ich schon alt genug zu merken, dass nichts mehr so sein wird, wie es mal war. Wie schnell sich heute neue Technologie verbreitet, wie kurz die Lebenszyklen mancher Produkte sind und ob ich selbst momentan vielleicht Gegenstand einer Innovation bin, also von einer neuen Version meiner selbst abgelöst werde, kann ich an dieser Stelle nicht mehr weiter diskutieren. Nur so viel: Ab Herbst wird es hier wieder etwas bunter und mehr, weil bei mir etwas langsamer.

Via Winkel.

Teddy Tausendtod

Es gibt Mikroorganismen namens Bärtierchen (englisch: “tiny bear animalcule”), die aussehen wie Teddybären und die Fähigkeit der Anabiose beherrschen. Unter lebensfeindlichen Umweltbedingungen – Trockenheit, Frost, Nahrungsknappheit usw. – verkleinern sie sich, ihre Extremitäten bilden sich zurück und ihre Körperform gleicht einem hohlen Fass. Andere Tiere würden fliehen, sich einen neuen Lebensraum suchen. Die Teddybären hingegen passen sich an. Von ihnen übrig bleibt eine medizinisch tote Schale, ohne Puls oder Atmung, ohne Lebenszeichen. Nach Jahren ohne Stoffwechsel, unter extremen Temperaturen, erweckt sie jedoch ein einziger Wassertropfen zum Leben. Ihre Anabiose ist eine Wiederauferstehung. Diese Tiere leben mehrere Leben, sie sterben mehrere Tode. Sie stellen auf den Kopf, was wir über Leben und Tod zu wissen glauben. Unsterbliche Mikro-Teddybären. Was für ein Wahnsinn.

Dominik Eulberg hat ihnen und zehn weiteren Wundern der Natur ein musikalisches Diorama gebaut. Hier ihr Lied Teddy Tausendtod:

Und das wunderschöne Metamorphose:

Varieté

Ich schreibe hier selten über Musik. Wenn, dann da oder dort. Manchmal jedoch fällt mir eine Perle in den Schoß, die hier einfach nicht fehlen darf, weil sharing is caring und so. So auch das neue Album Varieté von AKA AKA & Thalstrøm. Das ist nämlich frische, smarte, tolle elektronische Musik, abwechslungsreich und anschmiegsam und wie gemacht für die derzeitige Frühlingsschwingung. Mit dabei sind gar eine Rockgitarre, ein Didgeridoo, superschöne Vocalfeatures, viele von Hand eingespielte Drums und ein Cover von Otto Waalkes(!). Und in der Wolke kann man Varieté ein bisschen anhören:

Stark, oder? Als wäre das nicht genug, gibt es auch noch ein Making Of mit den ausführenden Boys: