Bei Markus Lanz

Mit “Wie wir lieben” war ich bei Markus Lanz zu Gast. Das war spannend. Ich glaube ja, wenn es einen deutschen James Bond gäbe, dürfte Markus Lanz ihn spielen. Er hat durchaus eine geheimdienstliche Ausstrahlung. Gleichzeitig war er sehr nett und offen.
(Dass wir uns über Angela Merkels Satz “Wir schaffen das” gestritten haben, wurde leider rausgeschnitten. Mich hatte irritiert, dass bis heute diese enorme Verkürzung als ihre Schuld diskutiert wird.)
Aber darum ging es ja auch nicht nicht. Sondern um die freie Liebe. Und zwar ab Minute 54:20:

Wie wir lieben – vom Ende der Monogamie

In einem Monat, am schönen Datum 17.2.17 erscheint “Wie wir lieben – vom Ende der Monogamie” bei Blumenbar (Aufbau Verlag).

Es wird einen Trisou auf dem Cover zeigen, also einen Kuss zu dritt. Deshalb erinnert es (mich) an das Cover von “Blood Sugar Sex Magik” der Red Hot Chili Peppers. Laut kundiger Menschen (und mir) eines der besten, einflussreichsten Alben der 90er.

Und blau und rot ist es auch, meine Lieblingsfarben, richtig schön auffällig – damit es auch JEDER SIEHT UND KAUFT!!
Ihr merkt: Ich bin sehr glücklich mit dem Cover. Andere Meinungen? Bueller?

WWL_Cover

Okay, genug gefreut – was steht da überhaupts drin???

Als Vorgeschmack ein Abschnitt aus dem Prolog:

“Die Menschen, die in diesem Buch von ihrer Liebe erzählen, haben genau das getan. Sie haben ein neues Wort für ihre Liebe gesucht, einen neuen Code, eine neue Chiffre, eine neue Erzählung. Sie haben sich geöffnet. Sie haben sich ihren Ängsten gestellt. Um sich selbst und ihre Träume zu finden.
Ihre Erzählungen sind wichtig, weil dieses Buch keine Werbung sein will für ein wie auch immer geartetes Konzept »offener«, freierer Liebe. Kein Handbuch, das erklären will, wie etwas funktioniert oder nicht.
Lieber erzählt dieses Buch von der Liebe. Denn nirgends und niemals versteht der Mensch so gut wie durch, in, mit guten Geschichten. Alles was wir wissen, lernen und lehren wir durch Beispiele, Storys, Vorbilder. Wir sind nichts anderes als Geschichten erzählende Affen. Erzählende, liebende, leidende Affen. Deshalb ist dieses Buch zuallererst eine Sammlung von Liebesgeschichten.”

Jäger&Sammler: “Kein Erbarmen”

Mein erster Film für Jäger&Sammler, das investigatiefste Format von ganz Facebook, ist online. Im Auftrag von “funk” (ARD&ZDF) versuchen wir, jede Woche ein Video zu bringen, das zählt. Mein erstes Thema: Sektiererische Strukturen in freikirchlichen Gemeinden. Und was Aussteiger davon erzählen. Hinweis: Das Interview gegen Ende ist ungeschnitten so gelaufen.

Fassung

Gregor Gysi spricht über Überwachung, Norbert Lammert antwortet spontan.

(Ausschnitt aus der 42. Sitzung des deutschen Bundestages, Video-Quelle, danke an B. Breimann)

“Im Unterschied zu Ihnen trage ich das [die Totalüberwachung der deutschen Bevölkerung, inklusive mir] mit Fassung, Herr Kollege Gysi.”

Gelächter, Applaus.

Diese kleine Szene zeigt: Die deutschen Bundestagsabgeordneten haben nichts verstanden, dafür aber gute Laune. Der Bundestagspräsident  bekommt Beifall und Belustigung für seine implizite Anerkennung der Unsouveränität des deutschen Bundestages gegenüber den Geheimdiensten. Der Querulant Gysi soll sich bitte beruhigen. Den Zwischenrufern, man versteht sie zum Glück nicht ganz, fällt dazu etwas wie “…vom russischen Geheimdienst oder von wem?” oder “…in der DDR auch nicht anders” ein. “Dann geh doch nach drüben” haben sie sich wohl nur gedacht.

Ist ja auch alles in bester Ordnung. Grundrechte werden von eigenen und ausländischen Geheimdiensten massenhaft und systematisch gebrochen. Die deutsche Regierung und das deutsche Parlament wurden mehrmals von ihren “Verbündeten” lächerlich gemacht. Eine Aufklärung findet nicht statt.

Aber immerhin trägt das der zweite Mann im Staat mit Fassung. Und die Regierungsfraktionen finden das alles witzig. Zum Brüllen.

P.S. Warum Überwachung impotent macht, hab ich hier erklärt.

Feindlicher Schnaps

Es war eine dieser Nächte: Jemand hatte sturmfrei, die ganze Klasse war da, ein Rabauke hatte ein paar Flaschen Hartes mitgebracht. Man kannte die Wirkung, man war ja kein Kind mehr, Prost. Doch plötzlich war es passiert: Das Tröpfchen Alkohol mehr, das aus einer amüsanten Abfahrt eine Via Dolorosa macht, war in der Blutbahn. Man hatte zu viel getrunken. Die nächsten Stunden: bitter wie Galle. Man lernte auf die harte Tour, wie gemein ein Gesöff zurückschlagen kann, wenn man die eigenen Reflexe überlistet und schneller nachkippt, als die Leber verarbeiten kann. Bett vollgekotzt, Filmriss, mit offener Hose fotografiert – der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns was zu lehren. Die wortwörtliche Retourkutsche eines mit Methanol vergifteten Körpers fördert einige der zugeführten Flüssigkeiten noch einmal zu Tage. Und was dem armen Zecher über und in der Toilette Gesellschaft leistete, was ihn letztendlich killte, ist auf ewig Tabu. Es ist das Geheime Gesetz des Schnaps: Jeder hat einen Feind im Spirituosenregal. Erstaunlich oft ist es Tequila. Oder eine andere Sorte Alkohol, von der er einmal zu viel hatte. Und die für immer zu viel bleibt.

Noch Jahre später – längst ist man vom Eventsäufer zum Genusstrinker gereift – kann man das Elixier der Entartung nicht ab. Schon der Geruch, nein, gar der bloße Anblick der Flasche löst einen Würgereiz aus. Flackernde Flashbacks schießen durch das geläuterte Bewusstsein, man murmelt den Schwur: Nie wieder, nie wieder!

Bestellt also jemand arglos eine Runde, quietscht mindestens ein Opfer: „Vergesst es! Niemals wieder werde ich das Teufelszeug trinken!“ Dann wird die grauenvolle Geschichte noch einmal aufgewärmt, übertriebene Alkoholmengen kolportiert, der Kurze wohlbegründet abgelehnt. Alles, nur nicht diese flüssige Nemesis rührt man an. Schließlich wird eine Ausnahme gemacht: „Dann eben fünf Tequila und einen Jägermeister.“Watch movie online Logan (2017)

„Oh Gott“, schreit der nächste, „wie kannst du nur! Ich hab mal eine halbe Flasche Jäger auf ex, ich wäre beinahe gestorben, damit bin ich fertig!“

„Nimm halt Sambuca!“

„Ihhh, davon hab ich mal eine Nacht lang gespiehen!“

Gemeinsam stellt man fest: Das Leben ist zwar nur ein Spiel, aber jeder hat einen alkoholischen Endgegner. Deswegen einigt man sich schließlich auf einen Exoten, den keiner kennt. Damit heute noch, in einer dieser Nächte, alle zu viel trinken können.

(Erschienen bei jetzt.de)

Pixelschatten

Nach dem interaktiven Krimi “Wer rettet Dina Foxx?”, dessen halbgarer Plot und betont 2.0ige Aufmachung mich als Digitalen Naiven eher abschreckten als anmachten, probiert der innovative Supersender ZDF wieder etwas aus: “Pixelschatten” ist das kleine Fernsehspiel des 26jährigen Anil Kunnel, der damit eine Ausschreibung gewann. Es geht, verkürzt, um einen Blogger, seine lebensbejahenden Freunde und die Gefahren der Bloggerei über Privates. Die Ego-Perspektive und bunte Optik sind auf jeden Fall mutig, die Handlung hoffentlich nicht der platte Zeigefinger, die Charaktere nicht die Pappfiguren, die man befürchtet. Auf jetzt.de gibt es ein interessantes Interview mit Kunnel, laufen wird der Film (wenn ich das richtig recherchiert habe) am 8. Mai um 20.15 Uhr auf ZDFkultur und am 23. Mai um 0.30 Uhr im ZDF. Warum so versteckt, weiß der Teufel und der Intendant. Ich jedenfalls bin gespannt, auch wenn der Hauptdarsteller peinlicherweise wirklich Paul Pixel heisst. Teasertrailer hier, großer Trailer woanders.

Meldungen

Heute morgen fand ich zwei Meldungen, aus denen man was lernen kann. Erstens: Jede Ära hat ein Ende. (Update: Die Meldung ist natürlich nicht zutreffend bzw. mindestens übertrieben. Hat Peter Wagner rausgefunden. Erinnert mich an den Technics-Hoax von wegen die Plattenspieler sind alle).

Godrej & Boyce Manufacturing Company, the world’s last manufacturer of office typewriters, is putting its last 500 machines on sale at discount prices.
“From the early 2000 onwards, computers started dominating,” Godrej & Boyc general manager Milind Dukle, told India’s Business Standard newspaper. “All the manufacturers of office typewriters stopped production, except us. Till 2009, we used to produce 10,000 to 12,000 machines a year.”

Zweitens: Kein Sicherheitsnetz funktioniert immer.

A man has died after a safety net failed during a human cannonball stunt. The accident happened during a show put on by Scott May’s Daredevil Stunt Show at the Kent County Showground in Detling at about 3.30pm on Monday.
The 23-year-old man was flown by air ambulance to Maidstone Hospital, but later died from his injuries.
A Kent Police spokesman said: “A man taking part in a human cannonball event this afternoon has died after it is believed a safety net failed to engage.”.

Ein guter Start in die Woche, wenn man gerade dabei ist, ohne Sicherheitsnetz eine Ära zu beenden.

Und dann noch das: