Texte 08/16

Im Frühjahr 2017 erscheint beim Aufbau Verlag mein Buch über die offenen Beziehungen. Was ich sonst so die letzten Monate geschroben habe, eine Auswahl:

Dreht die Welt durch? Oder nur wir?

Das fragen sich ja momentan alle. Weil so viel passiert. Aber ist das wirklich so? War es früher besser? Kommt uns das alles nur so schlimm vor? Wegen die Medien? Drei Experten antworten.

 

Warum junge Politik die sozialen Medien nicht versteht (mit Liza Marie Niesmak)

Und warum ausgerechnet die Rechten es besser machen.

 

Unsere Aufmerksamkeit ist eine Waffe

“Terroristen, Amokläufer, Populisten, sonstige Idioten: Alle haben sie eines gemeinsam. Alle leben sie von unserer Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist damit heute nicht nur eine Währung, kostbarer als Gold. Sie ist auch unsere größte Schwäche. Und damit gleichzeitig: unsere mächtigste Waffe. Zeit, sie als solche zu begreifen und zu benutzen.”

 

Wir schaffen das?

“Es war der letzte Nachmittag im wärmsten August seit Beginn der Aufzeichnungen, als Angela Merkel sagte: „Wir schaffen das.“ Heute, ein Jahr danach, streitet das Land über diesen Satz, als hätte ihm die Kanzlerin zu seinem ersten Geburtstag ein kräftiges „Ihr Trottel!“ angehängt. Von Seehofer über Gabriel bis Gauck: Hartnäckig widersprechen die mächtigen Männer Deutschlands der Bundeskanzlerin. Und damit genau der Hälfte der Bevölkerung aus dem Herzen. Erst kürzlich verrieten 48 Prozent in einer Umfrage: „Ich stimme ihr ganz und gar nicht zu.“ Dieser Streit verschaffte den Fremdenfeinden und Rechtspopulisten mit ihrem „Merkel muss weg!“ zweistellige Wahlergebnisse.

Was ist das für 1 Satz: “Wir schaffen das”? Also: Wer ist „wir“? Was genau „schaffen“ wir – oder nicht? Und warum wecken diese drei Worte so viel Hass?”

 

Und dann noch zwei Interviews mit Sexualstrafrechtlerinnen. Einmal mit einer Anwältin, die Opfer vertritt. Einmal eine Anwältin, die Beschuldigte vertritt.

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Dieses Jahr re:publica, das waren für mich wie immer viele gute Momente und vor allem drei Sessions.

Fangen wir mit dem affengeilen Spaß an: “Viel schönes dabei” – das Live-TV-Karaoke-Impro-Dingens. Mit Jeannine Michaelsen, Timo Maria Brandes, Johanna Maria Knothe und Marcel Mann. Eine Spitzenidee von vydy.tv. Noch ist das Format zu haben, Gebote werden angenommen.

 

Dann mein Vortrag über “Die Pubertät der Gesellschaft“. Bisher hat mir noch keiner nachweisen können, dass das alles ein Haufen Quark ist, den ich da erzähle. Insofern bleibe ich zuversichtlich, dass die Teenie-Society bald reifen wird.

 

Und natürlich das Eröffnungspanel “Gesellschaft – It´s broken, let´s fix it”. 

 

Nächstes Jahr dann ENDLICH der Vortrag: “Das Internet – Spaß oder Ernst?”.

Texte 04/16

Seit dem 1.1.16 bin ich fester Autor bei jetzt, dem Rolls Royce unter den jungen Magazinen (oder so ähnlich). Deshalb erschienen dort die allermeisten Texte, die ich hier mal kurz sammle. Für wen auch immer. Wer mich ergoogelt hat und was fangfrisches lesen will. Oder richtig Langeweile hat. Best of Quartal I/16 quasi.

 

Selfie ist der Mann

Paul Ripke ist der coolste Fotograf des Landes. Ein Porträt.
Sagenhaftes wurde mir zugetragen über diesen Ripke, Paul. Fotograf. Also musste ich ihn treffen. Anschauen. Mit ihm und einem Weltmeister in die Allianz-Arena fahren, Paul locker plaudernd, ich ehrfürchtig bis glücksstarr auf dem Rücksitz. Guter Mann. Der Paul auch.

 

Was ist eigentlich “rechts”?

Glatze und Bomberjacke? Warum rechts heute viel komplizierter ist. Und gefährlicher.
Ein (nicht total kurzer) Essay als Auftakt unserer Serie “Was ist rechts?”. Mit einem der schlauesten, präzisesten Gesprächspartner überhaupt, Prof. Armin Nassehi. Geld bekommen, um mit solchen Leuten zu reden – das nennt der Schweizer einen Schoggijob.

 

“Rebellion ist rechts!”

Sven Tritschler führt die Jugendorganisation der AfD. Die halten sich für Punk. Ein Porträt.
Für mich war das Wochenende in Düsseldorf mit der jungen AfD eines der lehrreicheren in meinem Leben. Aber als der Text erschien, sah ich vor meinem inneren Auge einen Shitstorm von für mich historischen Ausmaßes aufziehen. Entweder von den JAlern, die sich ungerecht behandelt fühlten. Oder von der anderen Seite, die den Text zu milde mit den JAlern finden könnte. Am Ende blieb ich verschont. Sowohl die JA als auch die AfD, als auch linke und linksliberale Menschen posteten die Geschichte. Das fand ich wiederum gut. Das Leben ist ja schon hart genug.

Der Single-Papst

Warum strömen zehntausende junger Menschen zur “Generation Beziehungsunfähig”-Lesetour von Michael Nast?
Zweite Serie, fast noch wichtigeres Thema: Beziehungsunfähigkeit. Was das? Gibt´s das? Erster Besuch natürlich bei Michael Nast, dem Erfinder dieser Schublade. War lustig. Und flirty.

“Heute können wir unsere Neurosen viel besser ausleben”

Die Psychologin Stefanie Stahl über den Mythos Beziehungsunfähigkeit.
Wenn Schreiber nach Texten sagen, sie hätten ja so wahnsinnig viel gelernt, auch für ihr eigenes Leben, nervt das meistens. Es klingt wie Humblebragging. Angeberei über Bande. Aber hier stimmt es einfach. Diese Frau Stahl, die weiß so viel zu sagen zur Liebe, was ich nicht ahnte!

“Im Worst Case würde ich kämpfen”

Estland ist das Land der Verwandlungs-Profis. Fünf junge Esten diskutieren über die Bedrohung durch Russland und die Flüchtlingskrise.
Tallin war super. Und saukalt.

“Wenn Du das schreibst, musst Du meinen Namen ändern”

Ein Tag mit dem Iraker Taim (*) im Kölner Karneval.
Karneval. Wer hätte gedacht, was und wen man dort alles erlebt. Ich mag´s.

Ein Streit, der die Menschheit erklärt

Oder: Warum manche immer noch weiter wollen. Und andere heim.

Dürfen die das?

Freitag vor einer Woche erschien im SZ-Magazin die Liebesgeschichte von Paul und Jelena. Letzten Freitag ging der Text online. Sofort eroberte die Inquisition die Kommentare: Das wäre ja keine Liebe, sondern Psychoterror, die jungen Leute wüssten sowieso nicht mehr was Liebe überhaupt ist, weil alle krank und gestört, und nur wer verzichte, könne wirklich lieben. Kurz: Skandal!

Diese Reaktionen, vor allem auf Facebook, sind sehr aufschlussreich, wenn man verstehen will, wie heute über Liebe, Beziehungen und alternative Modelle gedacht wird. Und spätestens, wenn in den nächsten Monaten aus dieser und anderen Geschichten ein Buch wird, will ich das.Bildschirmfoto 2015-12-14 um 17.54.36
Grundsätzlich reagieren viele Menschen ablehnend. Sie pathologisieren die Protagonisten, beanspruchen Deutungshoheit über die verhandelten Begriffe wie “Liebe” oder “Treue” oder lehnen ohne Begründung ab. Dabei dominiert die Gruppe, die aus der Distanz psychische Störungen diagnostizieren: “Was nicht sein darf, das muss sein krank”. Deutschland hat 80 Millionen Bundestrainer. Und mindestens so viele Fern-Psychologen.
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Sicher war der Text provokant. Die Geschichte von Paul und Jelena ist aus verschiedenen Gründen kein „gutes Beispiel“, keine Werbung für eine offene Beziehungskonstellation. Er beansprucht aber auch keinerlei Allgemeingültigkeit. Er bleibt offen, auf der erzählerischen wie theoretischen Ebene, was nun “besser” sei. Doch die pauschale Ablehnung unter Berufung auf sehr subjektive Begriffe wie “Werte” oder “Liebe” kümmert sich darum nicht. Die Kommentatoren wissen offenbar genau, was richtig und echt ist, und was nicht.
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Ein weiterer Standpunkt: Verzicht gehört zur Liebe, Preis ist gleich Wert. Wer daran nicht glaubt, ist verkehrt.
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Die andere, eher zugeneigt-offene Fraktion ist neugierig, gespannt, unentschlossen. Und deutlich in der Minderheit. Wie immer greift hier vermutlich die alte Regel, dass die Nachdenklichen, positiv Irritierten seltener kommentieren. Weil sie eben mit Nachdenken beschäftigt sind. Aber auch an den Like-Zahlen merkt man: Die Ablehnung überwiegt.
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Die allerwenigsten geben ihre Ratlosigkeit zu, wenn, dann liken aber genug, um eine größere ratlose Minderheit zu vermuten.
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Was insgesamt auffällt: Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet so gut wie nicht statt. Dazu war der Text als dramatische Love-Story ohne Happy-End womöglich auch kein dankbarer Anstoß. Einige Argumente für die eine oder andere Seite steckten schon drin, werden aber wohl überlesen. Stattdessen wird meist ohne Umwege moralisch Stellung bezogen und bewertet.
Bildschirmfoto 2015-12-14 um 17.53.57Und, witzig: Was Userin Lisa als “steinzeitliche Ansichten” ansieht, sind eher mittelalterlich-vormoderne. In der Steinzeit war Polygamie wahrscheinlich akzeptierter und verbreiteter als heute.
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Diese Konfliktlinien werde ich auch im Buch ein bisschen beleuchten. Warum reagieren viele Leute so ablehnend, ohne zu argumentieren? Gibt es eine natürliche Ordnung der Beziehungswelten, gegen die eine offene Beziehung verstößt? Wenn ja, wie lautet sie angeblich?
Mein Lieblingskommentar zum Thema Polygamie, der vielleicht ehrlichste überhaupt, ist aber dieser:
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Offene Liebe und andere Texte

Für das SZ-Magazin habe ich die Liebesgeschichte von Jelena und Paul erzählt.

Irgendwann, sagen sie, irgendwann betrügen sich doch alle. Weil die Beziehung zu eng ist. Oder nicht eng genug. »Der Seitensprung, diese Tausende Jahre alte Institution«, so redet Paul, »ist doch der Beweis, dass etwas mit dem klassischen Beziehungsmodell nicht stimmt.« Einmal ist keinmal. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Was uns nicht umbringt, härtet uns ab. Welche Beziehung funktioniert ohne Lüge? Was ist ein bisschen Sex gegen vierzig Jahre eines gemeinsamen Lebens?

Daraus entsteht jetzt ein Buch! Und dafür suche ich noch Menschen, die mir ihre Geschichte erzählen möchten. (fk ät friedemannkarig.de). Merci!

Ansonsten erschien dieser Kommentar zum Umgang mit Terror in der SZ sowie dieses Interview mit den coolen Hunden vom Glossar 2017, die wissen, wie wir in Zukunft reden werden.

In Richtung SZ-Turm und damit Monaco di Bavaria zieht es mich auch 2016, denn wie Stefanie Sargnagel weiß: “Künstlertypen sind nicht gemacht für ein liberales befreites kreativghetto, sie brauchen konservative strenge, um sich nicht zu sehr entfalten zu können.”

Also: Bussi und Baba, Berlin. Es war verrückt und schön.

Texte 09/15: Auf lauten Sohlen

Für die ZEIT habe Oliver Reichert, CEO von Birkenstock porträtiert. Das war am 24.9. in der Zeitung. Und ich musste die Seite hinter einer Bühne fotografieren, deshalb das dubiose Licht. Hier bei Blendle zu kaufen.

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Im August habe ich einiges für die Süddeutsche Zeitung geschrieben, weil ich den Helten Chris in seiner Elternzeit bei jetzt.de vertreten durfte. Eine Auswahl (erschienen im Print und/oder online):

Die Brücke. 24 sommerliche Stunden im Herzen des jungen Münchner Lebens, der Reichenbachbrücke.

Warum macht Ihr nicht den Mund auf? Ein wütender Kommentar, als Flüchtlingsheime brannten, aber Politiker schwiegen. Inzwischen zum Glück leicht überholt.

Die Aussprache-Streber. Warum manche Menschen spanischer sprechen müssen als die Spanier.

Laut ist Trumpf. Gag-Schreiber Ralf Kabelka (Harald Shcmidt Show, heuteshow) erklärt mir, warum Donald Trump so lustig ist.

Alles wird gut. Ein Oxford-Ökonom zeigt mit Daten, dass die Welt immer besser wird.

Ein Film

Liebling Maceo Plex spielt ein Boilerroom-Set aus dem Himmel. Aber das beste sind die Menschen, die um ihn herumtanzen.
Meine Favoriten:

1:30: Das Paar, was sich elegant ins Bild schiebt, zwei Minuten lang fast aufisst und dann verschwindet. Wohin wohl?

3:30: Der Mensch mit dem (LSD?-)Bepper auf der Stirn, der sehr viele obszöne Gesten macht und dann verschwindet, vielleicht ganz weit weg.

6:00: Die schöne Blonde halblinks mit dem güldenen Haar, die während eines Umschnitts der Kamera auf die Tanzfläche geschwebt zu sein scheint. Jede gute Party braucht einen Engel.

Auch bei 6:00 schwoft der sehr junge Technofreund mit der Chicago Bulls Kappe links ins Bild. Er wird in den nächsten Minuten immer wieder mal sehr glücklich zu sehen sein. Ab Minute 11:00 bekommt er sogar schlangentanzenden Besuch. Bei Minute 18:00 ist er endlich beim Engel angekommen.

Und die ganze Zeit: Der kleine Mann mit dem Fellum-Shirt rechts, der gerne neben dem Beat klatscht, wenn er sich nicht grade wundert, wo er ist. Beispielsweise bei Minute 12:00.

Lust zu Feiern.

 

 

 

Am Strand

Überall dieses Bild. Ein Dreijähriger liegt am Strand. Tot.
(Auf manchen Aufnahmen, beispielsweise den in England heute gedruckten, wird er von einem Uniformierten geborgen)

Es bilden sich schnell zwei Lager:
Endlich ein Bild, das aufzurütteln vermag? Das der bisher gesichtslosen „Flüchtlingskrise“ einen furchtbaren Ausdruck gibt? Der Pictorial Turn, das Ende des Wegschauens?
Oder verwerfliches Ausschlachten der letzten Würde ausgerechnet eines Kindes? Pornographie de la guerre (Baudrillard), die Leid voyeuristisch ausstellt? Grenzüberschreitung?
Während die einen sich aufregen, wie man dieses Bild teilen kann, und die anderen sich aufregen, wie eigentlich nicht, bin ich unentschlossen. Auch im Radio.
Wie man in der Sache steht, ist klar: Jeder Tote beschämt uns Europäer. Egal, wie alt. Egal, ob es von ihm ein solches Bild gibt. Und es gibt schon viel zu viele Bilder, die offensichtlich wenig bewirkt haben, wie Stephan Plöchinger schreibt.
Nicht überall ist das Thema so präsent wie hier in den letzten Monaten. In manchen Ländern, wie der Türkei oder England, mag nun dieses Bild eine längst überfällige Debatte auslösen. Es könnte zu einem Symbol einer Katastrophe werden, wie das vor dem Napalm fliehende Mädchen im Vietnam-Krieg.
Und vielleicht, wie Zeynep Tufekci berichtet, würden die Eltern deshalb darum betteln, dass man dafür sorgt, dass ihr Kind nicht umsonst gestorben ist.

 

Aber, und das sind keine rhetorischen Fragen: Braucht es deswegen Tweets, die ein solches Bild mit einem betroffenen Halbsatz um die Welt schicken? Am besten die Nahaufnahme, ohne den störenden Uniformierten, so dass man auch genau sehen kann, wie tot genau der Junge ist? Soll nun jeder von uns, der etwas dabei fühlt, und das sind wir fast alle, diesen denkbar stärksten visuellen Hebel nutzen? Um wen zu erreichen? Uns selbst? Unsere meist schon überzeugten Follower? Politiker, denen diese Schicksale seit Jahren egal sind?
Wo waren die jetzt moralisierenden Zeitungen so lange? Haben sie nicht auch oft gehetzt, auch gegen diesen Dreijährigen? Ist die Rolle der Medien nicht ähnlich zweifelhaft wie damals im Vietnam-Krieg, als Reporter neben dem schreienden Mädchen seelenruhig ihre Arbeit fortsetzten?
Und was haben wir vorher getan, was habe ich getan, vor diesem Bild, um den Tod dieses Kindes zu verhindern? Waren nicht zwischenzeitlich Griechenland, Bundesligastart und Hitzewelle wichtiger als die, die vor ihm gestorben sind?

 

Und ich denke: Wenn wir das Bild eines ertrunkenen Kindes brauchen, um Menschen nicht ertrinken zu lassen, dann kommt jede Ethik zu spät. Wenn die selbsterfüllende Prophezeiung vieler Medien eintrifft, dass dieses eine Bild ein Umdenken auslöst, dann hat sich die Medienethik selbst abgeschafft. Wenn es wirklich Leben rettet, dann bitte, druckt es, teilt es, plakatiert es, schickt es ins Weltall.
Aber dann haben wir wohl ein ganz anderes Problem als dieses Bild.

Auf dem Zündfunk-Netzkongress spreche ich über eine mögliche Ethik des Teilens. Freitag, 9.10., abends, im Volkstheater München. Vielleicht finden sich bis dahin ein paar Antworten.

Sandalen

Für das Schweizer “Das Magazin” habe ich die Sandalenmacher von Birkenstock besucht. Heraus kam eine Titel-Geschichte über Füße, Handwerk und Menschen, die ihre Birkenstocks auf youtube beerdigen. Ich selbst habe immer noch keine. Aber mein Widerstand bröckelt.
(Leider nur im ePaper des Magazins online)

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re:publica 15 best of

Endlich komme ich dazu: Die für mich spannendsten Talks der re:publica im schnellen Überblick. Zwar habe ich immer noch lange nicht alle Talks wenigstens angespielt, aber es ist ja noch Zeit bis zur #rp16. Wer noch einen Hinweis hat, immer gerne…

Cory Doctorows wichtigste Aussage: Das Netz ist nicht mehr das Netz, es ist überall. Wir sind das Netz. Das Netz ist wir. So banal. So selten verstanden.

 

Anne Machon, britische Ex-Geheimdienstmitarbeiterin, über “state sponsored terrorism” und “war on concepts”.

 

Felix Schwenzel, wie immer super. Dieses Mal ging es ihm ausnahmsweise um ganz ähnliche Themen wie mir: Wahrheit und Wahrnehmung.

 

Bernhard Pörksen über die “fünfte Gewalt” und die Macht der Vielen. Wahrscheinlich beschreibt kein Wissenschaftler in Deutschland so präzise und gleichzeitig leidenschaftlich den digitalen Wandel wie Pörksen.


Mehr von ihm im dcpt.tv Interview:

 

Johanna Frelin über das Chaos unserer Zeit. Und wie man sein eigener Captain bleibt.

 

Johannes Kleske über die Arbeit im Zeitalter der Maschinen. Ein Thema, das immer noch grandios unterschätzt wird.

 

Und eine historisch verortete Sprachkritik von Anna Biselli: Was sollen Vokabeln wie “Cyber” und “Neuland” uns sagen?