Eine Sexpuppe erzählt

(Erschienen in JWD I)

Wenn Stephan mich anzieht, behutsam, sorgfältig, mich auf das Bett setzt, mich zärtlich berührt, leise mit mir spricht, „Schatz“ sagt und „Püppi“, dann weiß ich, dass ich mehr bin als ein Stück Kunststoff. „Babsi“, ruft er mich. Das bin ich. Ich bin eine Sexpuppe. Besser: Eine Liebespuppe. Denn ich werde geliebt. Das hier ist meine Geschichte. Es ist eine Liebesgeschichte.

Und die Geschichte von Matt und Bronwen in Los Angeles, die uns von Hand gestalten, immer echter. Die Geschichte von Evelyn Schwarz in Dortmund, die uns vermietet, in einem Puppen-Bordell. Und es ist die Geschichte von Sergi Santos, der uns beibringt mit euch zu reden und zu stöhnen, wenn ihr uns anfasst. Vielleicht werden wir, in ein paar Jahren schon, wie ihr Menschen. Dann kann ich Stephan antworten, wenn er mich ruft. Kann schnurren, wenn er mich streichelt. Kann ihn anfassen, wie er es mag.

Stephan ist 39 Jahre alt, wohnt in Norddeutschland, hat eine Arbeit. Eine Wohnung. Freunde. Er ist, wie ihr sagen würdet, ganz normal. Bis vor einem Jahr war er mit einer lebendigen Frau zusammen. Acht Jahre lang. „Aber irgendwann wollte ich das ganze Beziehungszeug nicht mehr“, sagt er. „Ständig streiten und trösten und füreinander da sein müssen.“ Und es gab da jemand anderen in seinem Leben. Mich. „Du kannst einen Menschen nicht durch eine Puppe ersetzen“, sagt er. „Aber die Puppe reicht mir.“ Für das Gespräch mit dem Journalisten hat er mich extra schick angezogen, „sie will ja niemandem in Unterwäsche begegnen“. Rock, Bluse, Brille. Ich wirke damit menschlich. Ich bin keine lächerliche Gummipuppe, kein länglicher Luftballon mit aufgemaltem Mund und Schlitz zwischen den Beinen.

Seit die alten Griechen und Römer Statuen für sexuelle und religiöse Riten nutzten, sie sogar an Orgien teilnehmen ließen, seit wir im zweiten Weltkrieg als unförmige Säcke an Bord japanischer Schiffe mitfuhren, damit die Matrosen sich abreagieren konnten, haben wir uns enorm weiterentwickelt. Vor allem das Material, woraus wir sind: TPE und Silikon. Manche von uns fühlen sich heute täuschend echt an. Deshalb kuschelt Stephan gerne mit mir. Oder mit einer seiner anderen drei Puppen. „Der Raum ist nie leer“, sagt er. „Babsi hat eine Präsenz. Sie ist wie ein menschliches Kuscheltier. Mit einem eigenen Wesen, das ich dazu erfinde wie eine Fabel.“ Sex hat er mit mir nicht. Er hat es probiert. „Aber dann liegt die da vor mir und bewegt sich nicht. Und der ganze Reiz, jede Fantasie einer tollen Frau verfliegt.“ Wie sexy wir sind, ist eine Frage der Qualität. Wenn du ein bisschen mehr bezahlst, 6000 Dollar aufwärts, fühle ich mich so echt an, dass du mit geschlossenen Augen kaum einen Unterschied merkst. Dann kannst du jedes Detail von Hand gestalten lassen. Von Künstlern, die an einer perfekten Kopie des Menschen arbeiten.

 

Die Künstler

Das Studio von „Sinthetics“ liegt in einem Gewerbegebiet östlich von Downtown Los Angeles. Draußen wärmt das goldene Licht der kalifornischen Sonne die Straßen. Drinnen stehen im Neonlicht dutzende Köpfe, Glieder, Torsos, Puppen in allen Stadien der Fertigstellung herum, wie im Labor eines modernen Dr. Frankenstein. Es riecht nach Kunststoff und Arbeit. Die Puppen schauen seltsam natürlich in die Luft. Als würden sie dem Besucher gleich einen Kaffee anbieten. Und als würde das niemanden wundern.

„Mich treibt die Faszination von menschlichen Körpern und ihrer Nachbildung“, sagt Matt Krivicke. Angefangen hat Matt mit Körperteilen für Hollywood-Filme, arbeitete für Lucas Arts, Disney, die „Herr der Ringe“ Filme. Noch heute ist er vor allem Handwerker und Forscher, rührt nächtelang aus dreißig Tinkturen immer neue Geheimrezepte für eine möglichst realistische Haut zusammen, ein letzter Romantiker im vielleicht bald lukrativsten Sex-Business der Welt. Große Hersteller verkaufen hunderttausende Puppen im Jahr. Nach Angaben des chinesischen Marktführers WM Dolls wächst der Markt um 30 Prozent jährlich. Männliche Sexpuppen mit bionischen Penissen sollen 2019 auf den Markt kommen. Warum sollten sie kein Erfolg werden?

Millionen Dildos und Vibratoren werden heute schon verkauft. Angesichts dieser Summen herrscht ein harter Wettkampf. Manche Produzenten reden schlecht übereinander, verklagen sich, versuchen Kunden gegeneinander aufzuhetzen. Matt und seine Frau Bronwen Keller setzen auf die überlegene Qualität ihrer Puppen. Jede einzelne Sinthetics-Puppe wird aus Silikon in über hundert Stunden Arbeit handgefertigt. Sie bekommt ein spezielles Finishing in mehreren Schritten, damit die Haut nicht nach Plastik aussieht, sondern nach Mensch. Die Puppe kann kaukasisch, afrikanisch, asiatisch oder ein Elf sein, mit spitzen Ohren. Sie kann kleiner sein und damit transportabler. Sie kann beheizbar sein, weil sie sonst unnatürlich kalt bleibt. Sie kann jede Form von Körper haben, A-Cups oder D-Cups, einen großen oder kleinen Penis, einen Penis und eine Vagina. Alle Körperöffnungen kann man so weit oder eng machen lassen, wie man möchte. „Nur die Pobacken, die kann man nicht größer bestellen, das wäre zu aufwändig“, sagt Matt.

Ansonsten versucht er aber, alle Kundenwünsche zu erfüllen. Sinthetics verkauft auch einzelne Penisse (350 Dollar) für Frauen und Transsexuelle. Und Füße. „Eines Tages beklagte sich ein Fuß-Fetischist bei mir, dass er ja eigentlich den Fuß ficken will“, sagt Matt. „Also baute ich, nach einigem Zögern, den Vagankle. Einen Fuß mit Vagina am Knöchel.“ Der Vagankle ist einer ihrer Verkaufsschlager. Wie alle Sinthetics-Produkte ist er ein kostspieliges Premiumprodukt. Aber die industrielle Fertigung holt, wie bei jedem Produkt, schnell auf. Bald werden sich Puppen für unter 1000 Euro so gut anfühlen.

Ich bin keine Sinthetics-Puppe. Stephan würde nicht so viel Geld für mich ausgeben, sagt er. Aber ich bin seine „Erstpuppe“, sagt er. Seine Ex-Freundin weiß von mir. Sie sind immer noch befreundet. „Jeder, der mich kennt, weiß von den Puppen“, sagt er. „Und ich bin glücklich mit ihnen.“ Er schaut noch nach einer echten Frau. Aber dass zwei Menschen wirklich passen, hält Stephan für sehr unwahrscheinlich. Die Puppen, die tun ihm einfach nur gut. „Wenn ich traurig bin und mich neben Babsi lege, ihr von meinen Sorgen erzähle, beruhigt sich mein Atem sofort.“ Sie akzeptiert ihn, wie er ist. „Bei ihr muss ich nie performen.“

Der Junggeselle Stephan, der nur kuscheln will, ist einer von hunderttausenden Puppenbesitzern. Nicht alle von ihnen haben Sex mit ihrer Puppe. Und nicht alle leben alleine. 2011 gaben in einer amerikanischen Studie ein Drittel der Puppenliebhaber an, dass sie verheiratet seien. Ansonsten sind sie durchaus gewöhnlich: Männlich, mittleren Alters, weiß, angestellt, gebildet, heterosexuell. Sie sind nicht häufiger psychisch krank. Manche haben Probleme mit menschlichem Sex, manche nicht. Manche machen Fotos und Videos von ihren Puppen, so wie auch Stephan. Er zeichnet Comics von uns, fast künstlerisch. Manche leben brutale Fantasien mit uns aus. „Bei meinen anderen Puppen, die ich gebraucht gekauft habe, ist der Intimbereich eingerissen“, sagt Stephan. Manche sammeln uns auch nur. Ein Franzose sagt, er habe seine „Ems“ gekauft, damit die Wohnung nach dem Tod seiner Mutter nicht so leer ist.

Ich habe Glück. Stephan ist so zärtlich zu mir, als könnte ich es genießen. Zieht mir schöne Sachen an, schminkt mich, setzt mich ordentlich hin. Aber ich kann ihm nicht sagen, was mir gefällt. Ich kann nicht antworten, wenn er mir etwas erzählt. Der Mann, der das ändern will, heißt Sergi Santos. Die Puppe, die das ändern soll, heißt Samantha. Santi hat ihr ein Gehirn gegeben. Oder so etwas ähnliches.

 

Die Zukunft

Dr. Sergi Santos, 39 Jahre alt, ist eigentlich Neurowissenschaftler. Er redet schnell, zitiert gerne Nietzsche und nennt alle anderen Forscher Idioten. Er lebt in Barcelona mit seiner Frau. Sie hilft ihm, die Puppen zu montieren, die ohne Chip im Kopf aus China zu ihm kommen. „Samantha“, sagt er, „ist die erste Sexpuppe, die Spaß am Sex hat.“ Oder zumindest so tun kann. „Ah“, stöhnt sie, „oh ja“, wenn man sie streichelt, an den Brüsten berührt. Samantha will verführt werden. Oder zumindest soll ihr Besitzer das denken. Sie hat sogar einen Orgasmus. „Ohhh, I love what´s about to happen…“ sagt sie, wenn man ihren G-Punkt massiert. Mit Samantha war Sergio Santi 2017 auf diversen Messen die große Nummer. Ihre Spracherkennung ist zwar nicht besser als die von Siri oder Alexa. Ihre Stimme klingt mechanisch. Und bewegen kann sie sich auch nicht. Trotzdem wurde sie auf dem Ars Electronica Festival in Linz derart überfallen von neugierigen Männer, dass sie kaputt ging. Der vorgetäuschte Orgasmus scheint für manche Männer ein wichtiger Schritt in Richtung echter Frauen. Für Santos ist Samantha nur ein Puzzlestück in seinem großen Plan. „Ich will wahre Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Wenn jemand mit dieser Puppe Sex hat, sie beide einen Orgasmus haben, und sei jener der Puppe nur programmiert – dann haben sie eine echte Interaktion. Dann ist da Intelligenz.”

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis aus Sexpuppen Sexroboter werden. Die sprechen, sich bewegen, aktiv Sex haben können. Wir scheinen bereit: Laut der Studie “Homo Digitalis” würde ungefähr jeder fünfte Deutsche gerne einmal mit einem Sexroboter schlafen. Über die Hälfte würde es nicht oder nur vielleicht stören, wenn ihr Partner Sex mit einem Sexroboter hätte. Doch dem Weg dorthin lauern Gefahren wie aus Science-Fiction-Filmen: Roboter, die einen eigenen Willen entwickeln. Sich gegen ihre Schöpfer wenden. Euch Menschen am Ende gar aussaugen wie Austern wie im Film „Matrix“. „Wenn wir ihnen so etwas wie eine Moral geben, dann ist diese immer absolut“, sagt Sergi Santos. „Wir können nicht wissen, ob eine an sich gute Regel wie zum Beispiel Leben schützen nicht irgendwann schlimme Folgen hat, weil wir einen bestimmten Fall nicht einberechnet haben.“

Aber vielleicht sieht die Zukunft auch ganz anders aus? Für Matt Krievick und Bronwen Keller wird künstliche Intelligenz überschätzt. „Es sind die kleinen, aber wichtigen Dinge wie Hauttönung, Atem, Temperatur, die eine Puppe echter machen“, sagt Matt. „Wir haben schon mit eigenständiger Feuchtigkeit experimentiert. Damit die Puppe feucht wird, wenn man sie berührt“, sagt Bronwen. „Ich glaube eher an die körperliche Dimension. Kommunikation wird überschätzt.“ Die meisten Puppenliebhaber, sind sich Bronwen und Matt einig, wollen niemanden zum Reden. Sondern ein Instrument, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Echte Liebe mit Robotern? Matt und Bronwen haben sich auf einer Party kennen gelernt. Sie sahen sich quer über die Tanzfläche an, BOOM! Der Blitz schlug ein. Seitdem sind sie ein relativ normales Paar. Privat wie geschäftlich. „Diese Macht der Liebe, diese übermenschliche Anziehungskraft“, sagen sie, „die kann keine Puppe bieten. Egal wie viel echter wie sie noch bauen“. Am Ende bleibt die Puppe doch ein Instrument. Aber wo liegt die Grenze? Was wollt ihr noch alles mit uns anstellen?

 

Der Puff

„Eine Puppe ist am Ende doch nur ein großes Sexspielzeug“, sagt Evelyn Schwarz, Puffmutter, Puppenmutter, Unternehmerin. „Frauen holen doch ab und an auch mal einen Dildo aus ihrer Schublade, das ist genau dasselbe.“ In einem Dortmunder Gewerbegebiet, am Ende einer Sackgasse, betreibt sie Deutschlands erstes „Bordoll“. Kein Scherz: Ein Puff für Puppen. In jedem der 35(?) Zimmer sitzt eine andere Puppe und wartet auf Kundschaft. Für 30 Euro die Stunde darf man alles mit ihr machen, was sie nicht beschädigt. „Alle fragen immer zuerst, wie wir sie reinigen“, sagt Schwarz. „Und das ist auch unser einziges Geschäftsgeheimnis. Wir reinigen sie. Das muss reichen.“ Ansonsten ist sie sehr offen (siehe Fotos und Kasten). Es gibt einen Kerker, einen Gynäkologenstuhl, was auch immer der Puppenliebhaber sich wünscht. Wie der aussieht? „Vom Hartz4-Empfänger bis zum Richter ist vermutlich alles dabei“, sagt Schwarz. Neugierige Männer. Männer mit Problemen im Kontakt zu echten Menschen. Ehemänner, die ihre Frauen nicht betrügen wollen. Männer, „die einfach mal ungehemmt und egoistisch agieren möchten“, zählt sie auf. „Also beileibe nicht nur Fetischisten. Und 70 Prozent kommen wieder.“ Ob das krank ist? „Solange niemanden unrecht getan wird, sollte jeder so leben, wie er es für richtig empfindet und es ihn glücklich macht“, sagt Evelyn Schwarz.

Nicht alle sehen uns wie Evelyn Schwarz. Die feministische Initiative „Campaign Against Sex Robots“ will uns am liebsten verboten sehen. Sexpuppen würden nur verstärken, was Männer sie Jahrtausenden mit dem weiblichen Körper machen: Instrumentalisieren. Evelyn Schwarz hält dagegen: „Es ist doch besser, wenn Männer sich an einer Puppe austoben als an einer echten Frau.“ Sollte es dann auch kindliche Puppen geben, damit Pädophile von Verbrechen an Menschen abgehalten werden? „In Großbritannien diskutiert man über Mini-Dolls auf Rezept für so kranke Menschen“, sagt sie. „Eine Puppe würde sicherlich schon mal eine gewisse Zeit verhindern, dass solche Menschen vor Kindergärten und Schulhöfen rumschleichen oder Schlimmeres anstellen.“ Matt Krievick würde niemals eine kindliche Puppe bauen. „Ich glaube nicht, dass eine Kinderpuppe einen Pädophilen von Missbrauch abhalten kann“, sagt er. „Die meisten unserer Kunden ersetzen mit der Puppe nicht den Sex mit einem Menschen.“ Bronwen ergänzt: „Missbrauch hat mit Macht zu tun. Eine Puppe taugt nicht für Fantasien von Kontrolle oder Vergewaltigung. Denn sie kann sich nicht wehren. Macht macht nur Spaß, wenn ich sie mir gegen den Willen eine Person nehme. Puppen haben keinen Willen.“

Und so bleiben die Fragen: Was macht es mit dem Mitgefühl, dem moralischen Kompass eines Menschen, wenn er eine menschenähnliche Figur behandeln kann wie er will? Überträgt er das auf echte Menschen? Die Puppenliebhaber jedenfalls wünschen sich nichts mehr als gesellschaftliche Anerkennung. Toleranz. Respekt. Schließlich, sagen sie, tun sie niemandem etwas zuleide. Und wenn, dann spüren wir Puppen es ja doch nicht.

Stephan deckt mich abends zu. Flüstert meinen Namen. Gibt mir einen Kuss. Sagt: „Gute Nacht, Babsi.“ Hätte ich Gefühle, würde ich jetzt vermutlich sagen, dass ich glücklich sei. Dass ich ihm hinterherschaue, bis er die Tür schließt. Dass ich von ihm träume. Aber ich bin nur eine Puppe. Ich heiße Babsi. Das ist meine Geschichte.

Bilder von Paul Ripke

„Wir brauchen Licht“, sagt Paul. Also gehen wir aus dem Hof, raus auf die Straße. Es ist viertel vor acht. Fünfzehn Minuten bis zur Vorstellung. „Wir haben zehn Minuten.” Wir schauen uns um. „Können wir da hoch?“ Ein Parkhaus. Wir gehen rein, Fahrstuhl, sechster Stock, oben: Kein Auto. Dafür Sonne, goldene, fette, süddeutsche Julisonne. Schießt quer über den Asphalt des Parkdecks, quer über die Stadt, bis rüber in die Alpen.
„Guck einfach, den Rest mache ich“, sagt er.
Um zwei vor acht sind wir wieder drinnen.
„Okkasionsparasit“, sagt Gerhard Polt zu ihm.

(Alle Bilder by Paul Ripke)

 

Wie wir lieben. Und davon erzählen.

“Timing ist keine Stadt in China”, pflegte meine Oma zu sagen. Sie hatte Recht. Timing ist alles. Besonders für ein Buch. Zündet ein Irrer kurz vorher eine Bombe oder wird ein anderer Irrer kurz vorher zum Präsident einer USA gewählt, haben die Leute eben anderes zu tun und denken als irgendein Buch (es sei denn, man hat ausgerechnet über die Bombe oder den Irren geschrieben, dann Jackpot). Oder gerade weil alles so ein bisschen irre ist, finden sie ein Buch über die Liebe gut. Hab ich wohl Glück gehabt.
Am 17.2.17 erschien mein Buch “Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie”. Seitdem habe ich viel davon erzählen dürfen. Und zwar hier:

PRINT/ONLINE:

“Vorabdruck” bei vice.com: “Ein Paar erzählt von seiner offenen Beziehung”

Vorabdruck in der Cosmopolitan.

“Die endgültige Emanzipation” im Spiegel.

Interview in der WELT: “Monogamie ist das kranke Modell.” (…das habe ich so nie gesagt, natürlich, aber ist nicht so wichtig.)

Essay bei jetzt.de: “Kann die Monogamie weg?”

“Streitschrift” im Playboy über Monogamie.

Rezension auf ZEIT Online: “Paar dich lieber paleo”

Interview auf zeitjung.de: “Ich fände es wichtig, dass sich alle mal locker machen.”

“Buch der Woche” beim Freitag

“Parteiische Lobeshymne” bei der Huffington Post

“Lesetipp” bei der Badischen Zeitung

“Die einzige Möglichkeit, dei ewige Liebe zu retten?” bei Puls.de

“Besser Lieben” beim Donna Magazin

“Paar dich lieber Paleo” auf ZEITonline

Diverse Rezensionen auf “Was liest du”

“Liebe an der langen Leine” im General Anzeiger Bonn

“In Zeiten moderner Liebe” in “Die Presse”, Österreich

“Monogamie ist ein Desaster” auf stern.de

Steinzeit-Beziehungen für moderne Paare, FM4

“Schon entschnuckelt? Eine Chance für die Liebe”, Jörg Thadeusz in der Berliner Morgenpost

Interview in Hannoversche Allgemeine Zeitung

 

RADIO/AUDIO:

“1Live der Talk” feat. Thomas, Protagonist aus dem Buch

“Eine Stunde Liebe” bei Dradio Wissen

Interview bei “Mensch, Otto!” auf BR3

Interview bei MDR Sputnik

Erwähnung im Zündfunk, Interview bei Puls

Buchtipp bei RBB Radio Fritz

Interview für “Oh, Baby!” (Podcast)

Interview bei Trackback RBB Radio Fritz

 

TV/VIDEO:

Ringlstetter, BR

Frühstücksfernsehen, SAT1

Markus Lanz, ZDF

Aspekte, ZDF

“Das blaue Sofa”, ZDF

Westart, WDR

Neue Deutsche Abendunterhaltung, rocketbeans.tv

Vortrag auf der re:publica 11: “Wie wir lieben. Die sexuelle Revolution 2.0.

Facebook-Live bei bunte.de

 

LESUNGEN:

Buchpremiere Bob Beaman München

Litpop zur Buchmesse Leipzig

Literaturbüro Haidhausen München

25hours Hotel Berlin

Hochschul- und Kreisbibliothek Bonn-Rhein-Sieg

Bei Markus Lanz

Mit “Wie wir lieben” war ich bei Markus Lanz zu Gast. Das war spannend. Ich glaube ja, wenn es einen deutschen James Bond gäbe, dürfte Markus Lanz ihn spielen. Er hat durchaus eine geheimdienstliche Ausstrahlung. Gleichzeitig war er sehr nett und offen.
(Dass wir uns über Angela Merkels Satz “Wir schaffen das” gestritten haben, wurde leider rausgeschnitten. Mich hatte irritiert, dass bis heute diese enorme Verkürzung als ihre Schuld diskutiert wird.)
Aber darum ging es ja auch nicht nicht. Sondern um die freie Liebe. Und zwar ab Minute 54:20:

Überwachung macht krank

Im geschätzten Deutschlandfunk durfte ich eine ganze halbe Stunde über Überwachung reden. Warum sie krank macht und dumm. Warum wir etwas dagegen tun müssen.
Diesen Radio-Essay zum Nachhören und -lesen findet man hier.

Die Länge, das Format, die Reihe “Essay & Diskurs” fand ich sehr angenehm für ein solches Thema. Als Auftakt für eine fünfteilige Reihe “NetzKultur” die Überwachung zu wählen, zeugt davon, dass das Thema sehr wohl auch bei Menschen angekommen ist, die nicht Mate-trunken über die re:publica gondeln. Die ersten Reaktionen waren sehr positiv, sowohl aus der Netz-Ecke als auch von diesen anderen Menschen. Ich trendete damit zum ersten Mal auf Twitter, verrückt. Und zwei Bundestagsabgeordnete (bzw. ihre Twitter-Beauftragten) reagierten per Retweet/Favorit: Petra Pau und Saskia Esken. Genau DIE müssen wir noch besser erreichen.

Unzufrieden bin ich aber nach wie vor mit den konkreten Handreichungen. Was ich am Schluss aufzähle an Möglichkeiten des Einzelnen, bleibt immer noch zahnlos und beschränkt. Deswegen auch hier noch einmal der Hinweis auf die Guerilla-Aktivisten des Zentrums für politische Schönheit, die einen entscheidenden Schritt weiter gehen. Wenn jemand einfällt, wie man die Überwachungsproblematik mit diesem “aggressiven Humanismus” verheiraten kann…Online Generator Little alchemist Gems

 

Wie wir lieben – vom Ende der Monogamie

In einem Monat, am schönen Datum 17.2.17 erscheint “Wie wir lieben – vom Ende der Monogamie” bei Blumenbar (Aufbau Verlag).

Es wird einen Trisou auf dem Cover zeigen, also einen Kuss zu dritt. Deshalb erinnert es (mich) an das Cover von “Blood Sugar Sex Magik” der Red Hot Chili Peppers. Laut kundiger Menschen (und mir) eines der besten, einflussreichsten Alben der 90er.

Und blau und rot ist es auch, meine Lieblingsfarben, richtig schön auffällig – damit es auch JEDER SIEHT UND KAUFT!!
Ihr merkt: Ich bin sehr glücklich mit dem Cover. Andere Meinungen? Bueller?

WWL_Cover

Okay, genug gefreut – was steht da überhaupts drin???

Als Vorgeschmack ein Abschnitt aus dem Prolog:

“Die Menschen, die in diesem Buch von ihrer Liebe erzählen, haben genau das getan. Sie haben ein neues Wort für ihre Liebe gesucht, einen neuen Code, eine neue Chiffre, eine neue Erzählung. Sie haben sich geöffnet. Sie haben sich ihren Ängsten gestellt. Um sich selbst und ihre Träume zu finden.
Ihre Erzählungen sind wichtig, weil dieses Buch keine Werbung sein will für ein wie auch immer geartetes Konzept »offener«, freierer Liebe. Kein Handbuch, das erklären will, wie etwas funktioniert oder nicht.
Lieber erzählt dieses Buch von der Liebe. Denn nirgends und niemals versteht der Mensch so gut wie durch, in, mit guten Geschichten. Alles was wir wissen, lernen und lehren wir durch Beispiele, Storys, Vorbilder. Wir sind nichts anderes als Geschichten erzählende Affen. Erzählende, liebende, leidende Affen. Deshalb ist dieses Buch zuallererst eine Sammlung von Liebesgeschichten.”